Mit dem Rekordflug von Robert Kronfeld, der am 15. Mai 1929 mit der Landung am Königsberg in Detmold den ersten Segelflug über eine Distanz von 100 km erzielte, kam die Begeisterung für die Fliegerei und insbesondere den Segelflug auch nach Lippe. In Detmold, Oerlinghausen, Barntrup, Lage, … entstanden Fliegergruppen, wurden Luftsportvereine gegründet, Flugzeuge und Flugzeugmodelle gebaut. Zwar hatte bereits 1911 der „Detmolder Flugtag“ stattgefunden und das Interesse an der Luftfahrt war seit den ersten Motorflügen der Gebrüder Wright und den ersten Gleitflügen von Otto Lilienthal auch im Lipperland vorhanden. Doch mit dem Ende des 1. Weltkrieges wurde der Motorflug in Deutschland für fast ein Jahrzehnt verboten und nur die Idee des motorlosen Fluges konnte von den Flugpionieren weiterentwickelt werden.
Vier Jahre nach Kronfelds Flug waren die Nationalsozialisten an der Macht und griffen sofort die Begeisterung der Jugend für die Fliegerei auf. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung (Bernhard Rust) schreibt unter dem Betreff: „Pflege der Luftfahrt in den Schulen“: „… müssen fliegerisch begabte Schüler der höheren Schulen und der Berufs- und Fachschulen vom 16. Lebensjahr ab dem praktischen Segelflugsport zugeführt werden.“ (LAV Detmold L 80 III Nr. 4811) Die Flieger-HJ, erkennbar als gesonderte Gruppe der HJ durch eine graublaue Uniform mit dem Abzeichen des DLV auf dem Ärmel, lernte mit dem Bau von Modellflugzeugen die berufsspezifischen Fertigkeiten eines Flugzeugbauers.
In der Segelflugwerkstatt in der Arminstraße in Detmold bauten die Jugendlichen mit den erworbenen Kenntnissen aus dem Modellbau unter fachlicher Anleitung ein „richtiges“ Segelflugzeug vom Typ Zögling. (Lippische Staatszeitung 13.05.1936)
Die Zeitschrift „Der Teutoburger Wald“ berichtet im Juni 1935 über Flugzeugtaufen im Lipperland.
Im Stadtarchiv Lage gibt es Fotos einer Flugzeugtaufe auf dem Jahnplatz in Lage. Zu sehen ist ein Flugzeug vom Typ Grunau 8 das auf den Namen Saarland getauft wird.
Die Lippische Staatszeitung berichtet am 4.6.1934 unter der Überschrift:
Stellvertretender Staatsminister Wedderwille hielt die Taufrede. Er sagte Dank für die unermüdliche Arbeit des Berufsschullehrers Uekermann und des Berufsschulleiters Köller, die trotz aller Widerstände den Fluggedanken in Lage schon seit Jahren vorantrieben. Aber auch die Mitglieder der Fliegerortsgruppe seien nie müde geworden in ihrer Arbeit. Das Ergebnis dieser opferfreudigen Arbeit sei das heute zu taufende Flugzeng. Nach weiteren Ausführungen über den Flugsportgedanken folgte der Taufakt. Pg. Wedderwille wies darauf hin, daß jetzt endlich die Volksabstimmung im Saargebiet stattfinde und die dortigen Volksgenossen mit unendlicher Sehnsucht diesen Termin herbeisehnten. Weithin hallten die Taufworte über den Platz: „Als Zeichen der Verbundenheit des Saarlandes mit dem Deutschen Reiche taufe ich dich „Saarland“!“ Eine Flasche Sekt zerschellte krachend am Flugzeugrumpf, …
Ein Jahr später – wieder auf dem Jahnplatz Die Lippische Staatszeitung weist am 02.06.1935 auf die nächste Flugzeugtaufe in Lage hin und kündigt den Besuch von hochrangigen Personen an.
Am 04.06.1935 folgt in derselben Zeitung ein ausführlicher Bericht (u. a. mit den Namen diverser Nazigrößen) über die Feier: „…taufte Brigadeführer Faßbach den neuen 12-Meter-Zögling auf den Namen Hermann Pantföder“.
Kaum war der Befehl entstanden sammelt sich die edle Schar Offiziere, Aspiranten und was sonst bei Hofe war, ziehn erfüllt mit Kampfbegier wohlverwahrt ins Jadrevier, und im Geiste sehn sie schon ihres Weidwerks schönsten Lohn. Has und Huhn, nehmt euch in acht denn nur Vollblut heute jagt! Doch vergeblich war die Freude, und es wurde Mittagszeit; zu der Jäger größtem Leide war kein Wildbret weit und breit; … Hier findest du den vollständigen Text vom Ellernkruglied das einen Konflikt zwischen Adel und Bauernstand humorvoll beschreibt. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/pagetext/20116948
Der Ellernkrug um 1900 – drei Jahrzehnte nach der Belagerung Postkarte – Text verpixelt – Quelle: LLB Detmold ME-PK-16-8
Die Sonntagspost, eine Wochenzeitung aus Lemgo berichtet in Nr. 40 am 1. Oktober 1871 unter der Überschrift „Der erste Jagdtag in Lage“ über ein Geschehen am Ellernkrug. Autor ist H. Moritz aus Lage. Im Interesse des auswärtigen Publicums, und um den abenteurlichen Gerüchten, wozu die Vorgänge des ersten Jagdtages gewiß viele Veranlassung geben würden, vorzubeugen, giebt der Unterzeichnete, als Augenzeuge und Theilnehmer, nachstehend ein kurzes, wahrheitsgetreues Referat.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/5256780 Im weiteren Verlauf schreibt der Autor: Vergnügt und gutes Muthes gingen wir hierauf dem Jagdvergnügen weiter nach und begaben uns dann etwa gegen 2 Uhr Nachmittags, nachdem bereits die meisten Nichtjäger ruhig zu Hause gegangen, wieder nach dem Ellernkruge, um uns ein Wenig zu erquicken. Kaum waren wir 10 Minuten dort, als wir eine ganze Compagnie Soldaten mit dem Cab.= Rath v. Meisenbug und dem Gensdarmeriechef an der Spitze im Anmarsch sahen, welche in Blitzesschnelle -unglaublich, aber wahr!- den ganzen Ellernkrug in doppelter Linie umstellten und einschlossen, um ihn kunstgerecht zu belagern oder um uns gefangen zu halten; alle hatten scharf geladen und waren, wie uns versichert wurde, außerdem ein jeder mit 20 scharfen Patronen versehen.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/5256781 Im Regierungs= und Anzeige-Blatt vom 3.10.1871 erscheint eine Erklärung des Cabinetts-Rathes. Darin stellt C. von Meysenbug fest, daß er „am 25. September 1871 Detmold überhaupt nicht verlassen habe.“
Derselbe Text erscheint in der folgenden Sonntagspost Nr. 41 und ebenso eine „Berichtigung und Aufklärung“ durch den Autor H. Moritz.
Zeitungen aus dem Rheinland und Westfalen berichten im Oktober 1871 über das Geschehen am Ellernkrug in im kleinen Fürstentum Lippe. Bürger-Zeitung (Minden) – Der Wächter (Minden-Ravensberg) – Hagener Zeitung – Essener Zeitung – Volks-Zeitung (Essen) – Echo der Gegenwart (Aachen) – Bonner Zeitung – Bielefelder Wochenblatt
In der Plenarsitzung am 20. November 1871, brachte der nationalliberale Abgeordnete Dr. Erhardt im Reichstag eine Anfrage ein, ob dem Reichskanzler bekannt sei, dass im Fürstentum Lippe Personal des Reichsheeres zum Einschreiten gegen die eigene Bevölkerung gebraucht worden sei, und wie der Reichskanzler hierauf gegenüber der lippischen Regierung zu handeln gedenke. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/15448325 https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/4990664?query=Erhardt
Die Sonntagspost schreibt dazu in der Ausgabe Nr. 50 vom 10.12.1871
Eine alte Postkarte führte zu den folgenden Recherchen.
Postkarte 1964
Zur Gründungsgeschichte des Diakonissenhauses in Detmold berichtet die Lippische Landeszeitung ab August 1897. Im Portal zeitpunkt.nrw ist die LZ ebenso wie andere Zeitungen aus NRW digitalisiert und online verfügbar. Die Suche nach „Diakonissenhaus“ liefert einige interessante Infos zur frühen Geschichte dieser kirchlichen Einrichtung. Ausschnitte der Texte sind nachstehend im original Wortlaut z.T. erheblich gekürzt für den interessierten Leser chronologisch zusammengefasst.
Am 19. August 1897 schreibt die Lippische Landeszeitung einen kurzen Text zur Tagung des reformierten Bundes in Detmold u.a. Eine für unser Land wichtige Angelegenheit wird auch behandelt werden, nämlich die Gründung eines Diakonissenhauses, die, nachdem die Stadtvertretung von Lage ein freundliches Entgegenkommen durch unentgeltliche Hergabe von einigen Scheffelsaat Land bewiesen hat, wohl nicht mehr in weiter Ferne liegen wird. Mit Freuden begrüßte der Bund die Gründung eines lippischen Diakonissenhauses, und stellte, wie wir gestern schon berichteten, eine jährliche Beihülfe von 300 Mk. in Aussicht.
Am 21. 9. 1897 ist zu lesen, dass sich Bad Meinberg Hoffnungen macht. Wie verlautet, hat unser Ort große Aussicht, das reformirte Diakonissenhaus, welches mit Unterstützung des reformierten Bundes in unserem Lande gegründet werden soll, zu erhalten. Mit dem Diakonissenhause ließe sich dann vielleicht ein Krankenhaus verbinden.
Am 15.2.1898 informiert Pastor C. Sauerländer in einer Anzeige. Allen denen, welche ein Herz haben für den Bau eines evangelischen Diakonissenhauses in Lippe, die herzerfreuliche und zur Nacheiferung reizende Mittheilung, daß uns heute durch Herrn Pastor Zeiß in Heiligenkirchen von N. N. ein Baustein im Werthe von 6000 Mark überwiesen ist. Dem Herrn sei Lob und Dank für diese Förderung unseres Werkes! Er segne den hochherzigen Geber und seine Gabe!
Am 19.3.1898 findet eine Tagung der Klasse Brake statt. Alle aus der Klasse waren bis auf ein durch Krankheit verhindertes Mitglied vertreten. Die erbauliche Ansprache hielt P. Meyer – Wöbbel über 1. Thess. 5, 11: „Bauet einer den andern!“ [Danach] referirte P. König – Cappel über den Stand der lippischen Diakonissenhaus-Angelegenheit. Einstimmig wurde die Resolution angenommen: „Klassenversammlung ertheilt zur Gründung einer Diakonissenanstalt in Detmold ihre freudige Zustimmung.“
Am 28.5.1898 werden Sammlungen genehmigt. Dem Vorstande des Vereins der Freunde des reformierten Bundes im Fürstenthum Lippe ist höchsten Orts die Genehmigung ertheilt worden, zum Besten eines in Detmold zu errichtenden Diakonissenhauses in jedem der Jahre 1898, 1899 und 1900 eine Hauskollekte zu veranstalten. Am 1.6.1898 erscheint ein erster Veranstaltungshinweis. Sicherem Vernehmen nach soll der Ertrag der Wohlthätigkeitsvorstellung dem Baufonds für das hier neu zu gründende Diakonissenhaus zugewendet werden.
Am 6.6.1898 erscheint eine Anzeige in der Zeitung Fest-Vorstellung zur Feier des Geburtstages Sr. Erlaucht des Graf-Regenten Ernst zur Lippe Der orchestrale Theil wird von der hiesigen Regimentskapelle unter Leitung des Kgl. Musikdirigenten Herrn Hubert, der gesangliche Theil durch den Kirchenchor und andere geschätzte Dilettanten unter Leitung des Herrn Organisten Meyer ausgeführt. Der Reinertrag ist für das hier zu erbauende Diakonissenhaus bestimmt.
Am 17.6.1898 wird das Ergebnis der Festvorstellungen mitgeteilt. Die beiden Vorstellungen zu Gunsten des hier zu gründenden Diakonissenhauses haben einen Reinertrag von 605 Mk. ergeben. Außerdem hat Se. Erlaucht der Grafregent für die Vorstellungen 500 Mk gnädigst angewiesen, so daß rund 1100 Mk. für das Diakonissenhaus erzielt sind.
4.8.1898 Ein Grundstück mit Haus in Krankenhausnähe kann erworben werden. Den Freunden der Diakonissensache … kann Mittheilung gemacht werden, daß es endlich gelungen ist, ein geeignetes Grundstück mit Haus in unmittelbarer Nähe des Landkrankenhauses … zu zu erwerben. … Bei dieser Gelegenheit muß die Zahlung des Kaufgeldes erfolgen. Einige hochherzige Geber haben schon namhafte Gaben in die Diakonissenhauskasse fließen lassen; doch reichen diese Beträge noch nicht aus. Es ist deshalb sehr erwünscht, wenn sich jetzt die Freunde der Diakonissensache – und ihrer wird es gewiß recht viele geben- bereit finden lassen wollten, durch freudige Gaben den Anfang des Werkes zu erleichtern. Lange hat man ein eigenes Diakonissenhaus gewünscht, möge nun auch die christliche Liebe sich reich und willig zeigen. Gaben nimmt Herr Dassel in Detmold entgegen.
Am 12.10.1898 und am 17.10.1898 erscheinen Aufrufe zur Kollekte
80 Diakonissen=Mutterhäuser mit 13.308 Schwestern und 4745 Arbeitsfeldern stehen in Deutschland auf dem Plan, um den vielen und schweren Nothständen zu wehren, welche am Marke unseres Volkes nagen, … Und doch: Was ist das unter so vielen? Das Verlangen nach Gemeindeschwestern, Kranken= und Lehrschwestern steigert sich von Jahr zu Jahr also, daß die vorhandenen Diakonissenhäuser den an sie ergehenden Gesuchen schon längst nicht mehr gerecht werden können, sondern wieder und immer wieder die Gesuche abweisen müssen. Es fehlt also an Diakonissen und Diakonissenhäusern zur Ausbildung derselben. … Haben die Unterzeichneten … mit vielen Gleichgesinnten sich zusammengethan zur Gründung eines Diakonissenhauses für unser Land mit dem Sitz in Detmold. Die nöthigen Grundstücke in nächster Nähe des Landkrankenhauses gelegen … sind bereits erworben. … Die hohen Behörden und die Landes=Synode haben in dankenswerther Weise sich bereit erklärt, unser Werk zu fördern Von verschiedenen Seiten sind bereits Gaben eingegangen. Ihre Erlaucht die Graf=Regentin hat gnädigst geruht, das Protektorat … zu übernehmen. Es ist uns auch mit höchster Genehmigung unseres gnädigsten Graf=Regenten zunächst für die 3 Jahre 1898 -1900 von Fürstl. Regierung die Erlaubniß ertheilt, eine Hauskollekte durch das ganze Land zu veranstalten. Diese Kollekte soll nun zum ersten Male in dem letzten Quartal dieses Jahres durch unseren Kollektanten Hüttemeier aus Hölsen eingesammelt werden. So bitten wir … unsern Kollektanten freundlich aufzunehmen. … Außerordentliche Beisteuern, Schenkungen, Vermächtnisse werden jederzeit mit Freuden in Empfang genommen. Man wolle solche unserem Schatzmeister Herrn Julius Dassel in Detmold einsenden Der Herr segne das Werk unserer Hände! Der Vorstand des Diakonissenhauses. K. Sauerländer. E. Zeiß. Doht. Sturhahn. W. Theopold. Dassel. E. Theopold. J. Dassel. K. Meyer
Am 28.11.1898 wird über eine weitere Spende berichtet. Se. Erlaucht der Grafregent ließ dem hies. Kirchenchor aus Anlaß der Beiwohnung der Oratorien-Aufführungen den Betrag von 100 Mk. überwiesen, welchen, wie das „L. B.“ vernimmt, letzterer wiederum dem Diakonissenhausbaufonds überwies.
Am 11.3.1899 wird über die Haussammlung berichtet.
Kollektant Hüttemann aus Hölsen sammelt bekanntlich zur Zeit die von Fürstlicher Regierung genehmigte Hauskollekte für das neu zu gründende Diakonissenhaus in Detmold. Derselbe hat bereits den größten Theil unsrer lippischen Gemeinden besucht außer der Gegend von Horn bis Herford rechts und links des Waldes. Der bisherige Ertrag der Kollekte beträgt laut „L. Vztg.“ 5000 Mark. Der Gesammtertrag kommt hoffentlich auf reichlich 7000 Mark. Ist doch diese Kollekte nicht auf eine Linie zu stellen mit jeder anderen Kollekte, sondern bedarf als erster Anfang einer hochwichtigen Sache besonders opferfreudiger Unterstützung. Der Plan, in Detmold ein eigenes Diakonissenhaus zu errichten, hat in vielen Kreisen unseres Landes lebhaftes Interesse gefunden. Hoffentlich werden sich auch noch die Herzen derer dafür erwärmen, die jetzt der Sache noch kühl oder ablehnend gegenüberstehen. Bekanntlich ist schon ein geeignetes Haus, welches zur Aufnahme der Diakonissen dienen soll, in unmittelbarer Nähe … gekauft worden.
Das hier am 1. Juli zu eröffnende Diakonissenhaus erfreut sich allseitig einer großen Unterstützung. An barem Gelde sind bisher rund 24000 M. für dasselbe eingegangen, außerdem hat sich, wie wir hören, der Vaterländische Frauen=Verein bereitwilligst erboten, die gesammte Wäscheausstattung zu liefern und von anderer Seite sind noch drei Betten gestiftet.- Die Leitung des Diakonissenhauses übernimmt Herr Pastor Meyer in Wöbbel.
21.6.1899 Wie verlautet, ist zur ersten Leiterin des lippischen Diakonissenhauses die Schwester Marie Krecke aus Salzuflen bestimmt worden.
Am 24.6.1899 erscheint ein Sachstandsbericht Voraussichtlich wird am 7. Juli d. J. die Eröffnung und Weihung des ev. Diakonissenauses in Detmold stattfinden. Dann hat das Lippische Land wiederum eine Wohlthätigkeits=Anstalt erhalten, die zweifellos von sehr großem Segen für das ganze Land ein wird. In diesem Diakonissen=Mutterhause werden Diakonissen ausgebildet werden, die ausschließlich für Lippe Verwendung finden sollen und zwar in erster Linie zum Dienst für Arme und Kranke des Landes. Lippe wird dann unabhängig von auswärtigen Diakonissenhäusern, und je mehr wohlthätige Spenden und Beiträge man dem Hause zuwendet, desto mehr Diakonissen können in ihm ausgebildet werden. …
Das Diakonissenhaus 1899 – Lippischer Kalender 1950
8.7.1899 Bericht zur Einweihungsfeier Gestern nun konnte man den schönen Tag der Einweihung begehen. Daß auch Se. Erlaucht, der Graf=Regent nebst hoher Familie anwesend war, ist ein Zeichen dafür, daß hochderselbe der Diakonissenhaussache ein sehr lebhaftes Interesse entgegenbringt. Es ist nur zu wünschen, daß das neue Diakonissenhaus, das aus kleinen Anfängen heraus sich entwickelt und ausbreitet, Vielen zum Segen wird, hier in unserem engeren Heimathlande.[…] Nach Absingen des Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe,“ hielt Herr Pastor von Bodelschwingh die Weiherede. Er that dies in seiner bekannten herzlichen Weise. Mit rührenden Worten übergab er dem Diakonissenhause sowie dem Leiter desselben die Schwester Marie aus dem Mutterhause Sarepta=Bethel.
19.7.1899 Das Fürstenhaus weilt in Schieder Die höchsten Herrschaften werden Anfang nächster Woche nach hier zurückkehren. An der Spitze des heutigen „Amtsblattes“, erläßt Ihre Erlaucht die Graf=Regentin einen längeren Aufruf für das Diakonissenhaus, in welchem es zum Schlusse heißt: „Ich hege die feste Zuversicht, daß der Wohlthätigkeitssinn, der unser Land in so hohem Maße auszeichnet, sich auch in diesem Falle bewähren wird. Lasset uns Gutes thun und nicht müde werden!- Möchte unser liebes Diakonissenhaus ein Denkmal werkthätiger opferfreudiger Nächstenliebe im wahren Sinne des Wortes werden.“ Schloß Schieder, den 15. Juli 1899. Karoline.
21.7.1899 Ein großes Gartenfest Zum Besten des Diakonissenhauses hierselbst wird unter dem Protektorate Ihrer Erlaucht der Grafregentin im September ein großes Gartenfest im Fürstlichen Palaisgarten stattfinden und zwar in ähnlicher Weise, wie die vor zwei Jahren im August auf dem Schloßplatze zum Besten des evangelischen Vereinshauses abgehaltene italienische Nacht. Weiter wird ein Bazar im Palais selbst damit verbunden sein. Die Vorbereitungen werden bereits getroffen. 25.9.1899 Wohltätigkeitsfest im Marstall 4.10.1899 Konzert in Blomberg
4.11.1899 … des gestrigen Wohlthätigkeitskonzertes im Fürstlichen Theater ist heute bereits in Höhe von 762 Mark an den Vorstand des Diakonissenhauses abgeführt worden.
Am 13.3.1900 wird berichtet, dass für das Haus ein Anbau notwendig sei.
25.4.1900 Die Leitung des Diakonissenhauses giebt unter dem Titel „Tabea“ vierteljährlich Mittheilungen heraus. Aus der vor einigen Tagen erschienenen zweiten Nummer theilen wir aus der Chronik des Hauses Folgendes mit: Die Zahl der Probeschwestern, die ursprünglich 12 betrug, ist bis Anfang April dieselbe geblieben. Der Riß und der Kostenanschlag zu dem am 22. März begonnenen Anbau ist von Herrn Baurath Krohn unentgeltlich angefertigt worden. Die Ausführung des Baues ist dem Maurermeister Kampmann als Mindestordernden unter Leitung des Bauraths Petri übertragen und als Termin der Fertigstellung des Hauses der 1. Oktober d. Js. festgesetzt.
Größer als das ursprüngliche Diakonissenhaus ist der erste Anbau am Diakonissenhaus Bild ohne Quellenangabe
Am 31.5.1900 erscheint eine öffentliche Ehren-Erklärung. Die Beleidigung, die ich gegen die Familie Weder Lageschestraße Nr. 115 ausgesprochen habe, erkläre ich hiermit für erlogen. Nehme meine Aussagen reumüthig zurück und bezahle 10 Mk. Sühne an das hiesige Diakonissenhaus.
1.6.1900 Beim Diakonissenhaus-Erweiterungsbau hierselbst wird voraussichtlich heute das Richtfest stattfinden. Das Diakonissenhaus liegt bekanntlich in nächster Nähe des Landkrankenhauses (welches jetzt auch durch einen Neubau vergrößert wird), weil die Diakonissen im Landkrankenhause in der Krankenpflege ausgebildet werden. Das bisherige kleine Diakonissenhaus bot aber nicht mehr Raum genug für alle eingetretenen Schwestern. Hoffentlich wird nun bald dem Raummangel durch den Erweiterungsbau soweit abgeholfen, daß alle neu angemeldeten Schwestern darin aufgenommen werden können. Durch Ausbildung möglichst vieler Schwestern wird es dann auch um so eher möglich sein, verschiedene neue Stationen des Landes mit Diakonissinnen zu versorgen.
16.10.1900 Jahresfest des Diakonissenhauses und Einweihung des Neubaues. Wie schon im Anzeigentheil dieses Blattes bekannt gemacht ist, findet Mittwoch, den 17. d., das Jahresfest des Diakonissenhauses, verbunden mit Einweihung des Neubaues, statt. Bekanntlich war seiner Zeit das Begemann’sche Haus an der Hofstraße mit dem Nachbargrundstück angekauft, um hier in kleinem Umfang die die Ausbildung von Diakonissen zu beginnen. … es erhebt sich nun auf der in Aussicht genommenen Stelle ein einfacher und doch schön und geschmackvoll gehaltener Bau mit der in großen Lettern angebrachten Inschrift: „Diakonissenhaus“ Hier wird in den neu geschaffenen Räumen die Festfeier stattfinden, zu welcher auch die Erlauchten Herrschaften ihr Erscheinen zugesagt haben. 18.10.1900 Die Einweihungsfeier verlief in würdigster Weise 18.12.1900 Ende der Berichte, die derzeit bei zeitpunkt nrw zu finden sind.
Das Diakonissenhaus um 1905 – Die Erweiterungsbauten sind gut zu erkennen Bild ohne Quellenangabe Diakonissenhaus 1949 – Lippischer Kalender 1950Ehemaliges Diakonissenhaus im Jahr 2025
Zum Jubiläum gab es ein Buch des Historikers Burkhard Meier Das Evangelische Diakonissenhaus Detmold: ein Jahrhundert in Berichten, Bildern und Dokumenten Es ist in der LLB unter der Signatur ZXIO 120 zu finden.
Dieses bemerkenswerte Straßenschild schaffte es vor einigen Wochen in die Tageszeitung. Es ist jedoch nicht der kaum zu entziffernde Schriftzug über den berichtet wurde, sondern die kleine Delle, die bei einer nächtlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen durch ein Pistolenprojektil verursacht wurde. War die Wucht des Geschosses so beträchtlich, dass das Schild nicht mehr Richtung Kissinger Straße sondern in die Bachstraße zeigt? Inzwischen ist das Straßenschild wieder korrekt ausgerichtet aber weiterhin wird ein Ortsunkundiger bei diesen seltsamen Schriftzeichen nur ahnen können, dass es sich um die Kissinger Straße handelt. Weiß jemand, ob seitens der Stadt Detmold mittlerweile ein neues Schild bestellt ist? Warum trägt eine Straße in Detmold den Namen einer Stadt in Bayern? Bei Henke ist dieser Text zu finden.
Hier erfährst du mehr zur Schlacht bei Kissingen https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Kissingen 23 namenslose lippische Soldaten aber ein Major dessen Name Erwähnung findet. Wer war dieser August Rodewald? Eine Antwort darauf findest du bei LippeLex, einem Projekt der LLB Detmold. https://lippelex.de/index.php?title=Rohdewald,August(1821-1866) Die Sonntagspost – Eine Zeitschrift zur Belehrung und Unterhaltung für Jedermann aus Lemgo schreibt am 8. Juli 1866
Der Münsterische Anzeiger berichtet am 22. Juli 1866 über den Tod der lippischen Soldaten und befördert den Herrn Major Rohdewald gleich in den Adelsstand.
Der „Wächter für Minden-Ravensberg“ schreibt am 28. Juli 1866
Den Namen des im Gefecht erschossenen Pferdes von Major Rohdewald erfährst du aus einem Schreiben welches das Fürstliche Cabinets-Ministerium am 13. Juli 1866 im Regierungs- und Anzeige-Blatt zur öffentlichen Kenntnis brachte. https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/periodical/pageview/2600191 Gibt es eine Namensliste der lippischen Soldaten? Wer waren deren Väter, Mütter, Ehefrauen, Kinder, …? Von den Angehörigen ist nichts überliefert. Anders dagegen bei Frau Major Rohdewald. Allee 17, ehemals C 136, ist die Adresse der Witwe Rohdewald im Jahr 1871 Dieses Haus ist im Lippe-Häuser-Wiki dokumentiert. https://www.lippe-haeuser-wiki.de/wiki/Allee_17_(Detmold)
2025-06 Nachtrag Auf dem Denkmal „Trauernde Germania“ in Bad Kissingen findest du eine Namenstafel der Soldaten aus Lippe.
2025-12 Nachtrag Karl von Rodewald stellte 1898 und 1899 Anträge für ein Denkmal an den Magistrat von Detmold; die Stadt zeigte kein Interesse daran. Grafregent Ernst zur Lippe ermöglichte die Errichtung eines Denkmals mit der Inschrift „Major August Rohdewald und 23 brave Lipper“ auf dem Schlossplatz. Auf zwei Bronzetafeln waren die Namen vermerkt, auf zwei weiteren Tafeln waren die Lippische Rose und ein Relief dargestellt. Auf dem von Bildhauer Rudolph Hölbe aus Lemgo gestalteten Denkmal befanden sich stilisierte militärische Objekte.
Der Bedarf an Metall im zweiten Weltkrieg führte zur Demontage der Bronzeteile im März 1943. Der Steinerne Sockel wurde 10 Jahre später mit Steinplatten verkleidet und mit einer neuen Inschrift versehen. Lediglich der Text an der Sockelbasis blieb erhalten. „DEN IM KRIEGE 1866 GEFALLENEN LIPPERN“
Foto: LLB BA SP DT-12-67
Foto: LLB BA DT-4-14
Der 2004 von der Stadtverwaltung Detmold geplante Abriss des Denkmals konnte durch die Untere Denkmalbehörde verhindert werden.
Etwas böig war der Wind am späten Nachmittag des zweiten Tages im April 2025. Die erst vorwenigen Monaten gereinigte orange Kugel schwebt, gehalten von vier Seilen, über dem vom Kraut befreiten und neu bepflanzten Kreisverkehr im Norden von Detmold.
Ist es eine zu starke Windböe die zwei der vier Halteseile reißen lässt? Niemand ist in der Nähe und kann darüber Auskunft geben. Aber so kommt auch niemand zu Schaden als die Kugel, jetzt an zwei Seilen hängend, in ausladende Pendelbewegung kommt.
Aufmerksam und vorsichtig wird der Kreisel nach der nächsten Grünphase der Ampel am Nordring umfahren. Mindestens ein Autofahrer erkennt die Gefahr und alarmiert die Feuerwehr Detmold.
Sanft schwingt die Kugel in der Abendsonne wie auf einem kurzen Video zu sehen ist. Hinweis: Link wird in neuem Tab geöffnet! Anmeldung bei facebook ist nicht erforderlich!
Der Kreisverkehr wird gesperrt, die beiden verbliebenen Seile werden gekappt und die Kugel von der Feuerwehr mit Spannbändern am Boden gesichert.
Die Kugel in der Morgensonne am wieder freigegebenen Kreisverkehr
Ein Foto von der noch ungesicherten Kugel stellt mir der Pressesprecher der Feuerwehr Detmold zur Verfügung.
Die Kugel am 2025-04-02 kurz vor 19:00 – Foto: C. Riecks Mit Spannbändern gesicherte Kugel am 2025-04-17
Schon einmal lag die Kugel am Boden als die Halteseile dem Orkantief Jeanett am 27. Oktober 2002 nicht standhalten konnten. Den Bericht dazu kannst du hier lesen. https://ln-1.de/2022/10/kugelplastik/
Feuerwehr, Landeszeitung und WDR berichten über der Fall.
In der vergangenen Nacht wurden von Unbekannten die Sicherungsseile gekappt, die Kugel rollte die Straße hinab, stieß gegen eine Laternenpfahl, rollte über die Nordring-Kreuzung und blieb auf der anderen Straßenseite im Straßengraben liegen.
Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen!
Fotos von diesem Unglück und der Bergung der Kugel darf ich mit OK von Feuerwehr Detmold und THW Detmold verwenden.
Feuerwehr Detmold – Marco SchweigerBergung der Kugel durch das THW – Foto: THW Detmold
Hier sind die Links zu den Presseportalen von Feuerwehr und THW.
2025-05 Nachtrag Die Kugel befindet sich mittlerweile im Kugellager, einem Bereich auf dem Bauhof, gelagert auf dem quadratischen Balkenrahmen, der extra für den Transport angefertigt wurde. Da liegt sie stabil und aufgrund des tief liegenden Lagerplatzes kann sie von dort nicht weggerollt werden.
Die Kugel im Kugellager
Am 2025-05-13 schreibt die LZ in der Überschrift von einer tonnenschweren Betonkugel, weiter unten im Artikel schreibt die Redakteurin von einer rund 4,5 Meter großen Stahlkugel.
2025-05-13 Landeszeitung
Ohne Antwort blieb die Bitte an die Redakteurin! Rechnen Sie nur mal überschläglich: Dazu benötigen Sie nur die Volumenformel der Kugel sowie die Dichte von Beton. Das kann also keine massive Kugel sein. Eine Hohlkugel aus Beton? Die wäre bei wenigen Zentimeter Wandstärke kaum zu fertigen.
2025-07 Nachtrag Aus der Pressemitteilung der Stadt Detmold vom 2025-07-02 Die von der Künstlerin Gabriele Staarmann geschaffene „Rote Kugel“ wird künftig wieder im Stadtgebiet von Detmold präsent sein. Bürgermeister Frank Hilker, Gabriele Staarmann, Kämmerin Dr. Miriam Mikus und Corinna Rox, Leiterin des Fachbereichs für Kultur-, Tourismus und Marketing der Stadt Detmold, haben jetzt über das weitere Vorgehen gesprochen. … Nachdem die Kugel am 11. Mai gesichert worden war, hatten die Künstlerin und die Stadt Detmold vereinbart, gemeinsam über das weitere Vorgehen zu beraten. Dazu fand jetzt ein Termin im Detmolder Rathaus statt. Künstlerin und Bürgermeister waren sich dabei schnell einig, dass das Kunstwerk an anderer Stelle in Detmold wieder errichtet werden soll. Wie bei der ersten Installation im Jahr 2002 soll die Kugel für den Aufbruch in etwas Neues stehen. Wie und wo genau das Kunstwerk präsentiert wird, werden sich Gabriele Staarmann und der Verwaltungsvorstand über den Sommer überlegen, danach werden die Gespräche fortgesetzt. Die Pylonen, die die Kugel am Kreisel der Richthofenstraße gehalten hatten, sollen an Ort und Stelle mit einer neuen Installation versehen werden. Auch dazu will man gemeinsam neue Ideen und Konzepte entwerfen.
2025-12 Nachtrag Comeback für die rote Kugel
so lautet die Überschrift zu einem Artikel in der LZ am 2025-11-29. Dort ist u.a. zu lesen:
Die Stadt hat zusammen mit der Künstlerin einen neuen Standort gefunden. … Die markante Kugel [soll] den geplanten Kreisverkehr am Eingang zum neuen Gewerbegebiet „Alte Ziegelei“ in der Nähe der Bielefelder Straße zieren. … Die Integration des Kunstwerkes [kann] von Anfang an sicher geplant werden. Die Gefahr eines erneuten Wegrollens lässt sich so direkt bauartbedingt ausschließen.
Das wäre jedoch mit einer minimalen Umgestaltung am bisherigen Standort durch eine waagerechte Nivellierung der Mittelinsel im Kreisverkehr auch möglich gewesen. Aber bei der „schwebenden“ Kugel soll auch ein nochmaliges Fallen verhindert werden. Daher wird die Kugel auf dem noch zu bauenden Kreisel auf der Bielefelder Straße einfach eingegraben. Die Kugel wird „eingetieft“ so formuliert es der Pressesprecher der Stadt im Lokalzeit OWL Interview am 2025-11-28. Wie tief die Kugel im Boden verschwinden wird, damit sie nicht wegrollen kann, ist bisher nicht bekannt.
Im Siedlungsgebiet zwischen Palaisgarten und Johanettental findest du die Malvidastraße, die seit dem 22.9.1955 zu Ehren der frühen Feministin und Schriftstellerin Malwida von Meysenbug diesen Namen trägt. Malwida von Meysenbug wurde am 28.10.1816 in Kassel geboren und lebte von 1831 bis 1851 20 Jahre in Detmold.
Eine Gedenktafel für Malwida von Meysenbug ist an der Einfahrt zum ehemaligen Pfarrhaus in der Bruchstraße 2 angebracht.
Etwas in die Jahre gekommen ist dieses Straßenschild an der Kreuzung mit der Emil-Peters-Straße.
Malwida oder Malvida – Wie ist die korrekte Schreibweise des Vornamens? Ist die Straße fehlerhaft benannt oder befindet sich ein Fehler auf der Gedenktafel? Im Internet findest du beide Schreibweisen für diesen Vornamen. Bei der kleinen Infotafel unter dem Straßenschild hat die Stadtverwaltung diese Frage geschickt umgangen und den Vornamen einfach abgekürzt. Warum aber bei den Lebensdaten lediglich Geburts- und Todesjahr und nicht die kompletten Daten angegeben werden fragen sich die interessierten Detmolder Bürger und Bürgerinnen.
In der Zeitschrift Rosenland findest du in Heft 27/2022 auf Seite 127 eine Rezension zum Buch Joachim Radkau, Malwida von Meysenbug. Revolutionärin, Dichterin, Freundin: eine Frau im 19. Jahrhundert Diese Rezension kannst du hier direkt aufrufen. https://www.rosenland-lippe.de/wp-content/uploads/2022/12/Rosenland-27.pdf Das Buch kannst du in der LLB ausleihen, du findest es unter der Signatur ZXWM 201
Super 8 war ein beliebtes Format für Amateurfilme. Dieses sowie andere Medien sammelt das LWL Medienzentrum, archiviert diese Medien, digitalisiert und publiziert historisch wertvolle Bild- und Tondokumente auf den Seiten des LWL sowie auf dem youtube-Kanal des LWL.
Im März 2025 wurde die Dokumentation „Unterm Hakenkreuz“ im Stadtarchiv Detmold vorgestellt und das zugehörige Video gezeigt.
Hier ist für dich die Links zum Film, dem LWL-Medienzentrum und dem LWL youtube-Kanal.
Dieses Straßenschild wird es in Detmold nicht geben denn im November 2024 wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung beschlossen den Segelflugpionier Wolf Hirth nach mehr als 65 Jahren nicht weiter durch eine Straßenbenennung zu ehren.
Aber noch ist das fehlerhafte Straßenschild im neuen Stadtquartier zu sehen und wer genau hinschaut, der erkennt auch eine kleine Veränderung! Für die Beschilderung der noch immer fehlerhaft benannten Straße wurde ein neuer Pfahl gesetzt und das alte Schild mit einer stabilen Halterung am Pfahl montiert!
Nachtrag 2025-09-23 Zehn Monate sind vergangen seit ich im Stadtentwicklungsausschuss Detmold für die Beibehaltung und Korrektur des Namens Wolf-Hirth-Straße plädieren durfte. Zehn Monate ist fast nichts geschehen, lediglich die Masten für die Straßenschilder wurden erneuert. Seit einigen Tagen trägt die Straße jetzt einen Doppelnamen!
Im Sommer 2023 rückten die Abrissbagger an, die Galerie Hornsches Tor wurde abgerissen. Schon seit Jahren war das architektonisch gut in das Stadtbild eingefügte Gebäude nach nur wenigen Jahren Nutzungszeit, es wurde Mitte der 1970er Jahre gebaut, durch Leerstand und mangelnde Pflege marode. Da wurde es Zeit noch schnell ein Foto aufzunehmen.
Das Kino daneben wurde schon seit Jahren nicht mehr bespielt, das enge Parkhaus an der Hornschen Straße war bereits abgerissen, das Bürgeramt und weitere Dienststellen der Stadtverwaltung hinter der Galerie waren ebenfalls beseitigt, der Antiquitätenladen war ausgezogen und vor vielen Jahren war bereits der Innenstadt-Kindergarten abgebrannt.
In einem Ideenwettbewerb „Hornsches Tor“ haben Studentinnen der „Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur“der TH OWL ihre Vorstellungen zu einer Neubebauung des Areals ausgearbeitet sowie Zeichnungen und Modelle erstellt. Die Ergebnisse konnten die Detmolder Bürger Ende März 2023 für drei Wochen ansehen und bewerten. Mit den nachstehenden Links hast du einen Blick auf die Wettbewerbsergebnisse.
Das Procedere der Vermarktung des leerstehenden Gebäudes gestaltete sich nicht gerade als einfach. Investoren zeigten sich interessiwert und wieder nicht interessiert, hatten diverse z.T. unrealisierbare Nutzungsvorstellungen. Der Rat der Stadt beschloss die Galerie erst einmal abzureißen (angeblich sollen dafür Fördermittel geflossen sein) und so eine freie Planungsfläche zu schaffen. Für längere Zeit haben die Detmolder Bürger jetzt eine recht ungewohnte Ansicht auf den Bereich Hornsches Tor.
Der Lippische Heimatverein e.V. – Ortsverein Detmold bemüht sich darum die Historie wesentlicher Orte der Stadt Detmold informativ darzustellen und hat hier, ebenso wie am Rathaus, dem ehemaligen Lemgoer Tor, der Schülerstraße, … Informationstafeln gestaltet und angebracht.
LLB Detmold, 1 D 41
Auf dem Stadtplan von Detmold (ca. 1750) siehst du links das Hornsche Tor und rechts das Lemgoer Tor.
Stadtarchiv Detmold, DT BA 149, CC BY NC
Im Stadtarchiv Detmold gibt es mehrere historische Fotos und Ansichten vom Hornschen Tor.
Auf den Seiten der Stadt Detmold kannst du dich im Ratsinformationssystem zum Stand der aktuellen Planungen informieren; dazu im Suchfeld „Hornsches Tor“ eingeben.
Historische Zusatzinfos: Am Hornschen Tor befand sich eine doppelte Heuerampel. Die Brücke über den Kanal trug in den 1930 und 1940 Jahren den Namen Potsdamer Brücke. Lt. Verkehrsplanung der 1960er Jahre sollte die Hornsche Straße vierspurig ausgebaut werden.
Anhand der Farbe ist schon zu erkennen: Das ist keine offizielle Bezeichnung der Stadt Detmold! – Sie wird allenfalls geduldet.
Es war eine private Initiative, die Benennung eines kleinen Platzes an der Grabenstraße in Detmold um die lagjährige Arbeit der Architektin Elisabeth Steichele zu würdigen.
Die Architektin und Stadtplanerin Elisabeth Steichele war von vom Februar 1971 bis März 1997 als stellvertretende Leiterin des städtischen Planungsamtes in Detmold tätig und hat sich für den Denkmalschutz und den Erhalt wesentlicher Gebäude der Innenstadt von Detmold eingesetzt.
Sie pflegte Kontakte zur der Bürgeraktion Stadtsanierung und kann als Retterin der historischen Innenstadt bezeichnet werden.
Wer die gigantischen Pläne aus den 1970er Jahren des Stadtplaners Spengelin aus Hannover gesehen hat, Umgehungsstraße, vierspurige Straßen, Abriss ganzer Quartiere, … kann und muß die Arbeit von Frau Steichele, die auch immer wieder gegen viele Widerstände aus der Stadtverwaltung ankämpfen musste, hoch einschätzen.
Frau Steichele erarbeitete den ersten städtebaulichen Rahmenplan, die Stadt beteiligte sich am Bundeswettbewerb „Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau“ und gewann damit eine Goldmedaille.
Im September vor 10 Jahren verstarb Retterin der historischen Innenstadt. Warum haben die verantwortlichen und zuständigen Damen und Herren von Verwaltung und Rat diesen Jahrestag nicht genutzt um die für Detmold doch so bedeutende Stadtplanerin mit der offiziellen Benennung eines Platzes oder einer Straße zu ehren?
Danke an die Initiatoren der privaten Initiative die diese Ehrung sebst in die Hand genommen haben.
Hier findest du den Elisabeth-Steichele-Platz.
Quellen: Bürgerfunk Detmold, kein Rundfunk sondern eine Webseite, … Dort konnte man durch intensive Suche einen Veranstaltungshinweis der VHS oder des Stadtarchiv zum Thema Stadtsanierung finden. Aus der Zettelkiste: Ein Artikel aus „Lippische Landeszeitung“ (leider ohne Datumsnotiz) Traueranzeige der Stadt Detmold aus September 2014 OSM Kartenausschnitt