Sedanplatz

Sechs Bilder zum Stichwort „Findling“ liefert die Suche in der LLB-Bilddatenbank. Einer dieser Findlinge liegt auf dem Sedanplatz in Lage.

Das Bild aus dem Jahr 1924 stammt aus dem Buch „Lippe-Detmold“ – LLB Bilddatenbank

Aktuell kaum wahrzunehmen liegt der Stein heute hinter Gebüsch verborgen.
Welche Geschichte verbirgt sich hinter diesem Stein? Im Jahresheft Zeitlupe 2003 findest du einen Artikel zur Geschichte des Platzes und darin den Hinweis: „Eine Bereicherung der besonderen Art erhielt der Sedanplatz im Juni 1914. Ein in der städtischen Tonkuhle „Zum Fichtenbusch“ gehobener Findling erheblichen Ausmaßes bekam seinen endgültigen Platz im Park vor der Bürgerschule und wurde dort als Naturdenkmal ausgewiesen“. Zur Lage dieser Tonkuhle gibt es keine näheren Angaben.

Die Recherche auf dem Zeitungsportal zeit.punkt NRW liefert einige Treffer zu der Suche „Findling“. Die Landeszeitung und die Volkswacht berichten am 27. März 1914 aus der Stadtverordnetenversammlung Lage zur Verwertung des Findlings. Der Stadtv. Bussemeyer vertritt die Auffassung, dass der Sedanplatz und dort gegenüber der Bürgerschule der geeignetste Platz sei. Im Gegensatz dazu hält Bürgermeister Lüning den Ort für nicht empfehlenswert. Der Antrag von Bussemeyer wird angenommen.
Am 2. Juni 1914 meldet die Lippische Landeszeitung:
Den Findling in der Tongrube hat man nunmehr gehoben; er befindet sich auf dem Transporte zu seinem Standorte am Bahnhofe. Nach schwieriger Arbeit hat man den Stein-Koloß auf einen Wagen gewunden; er wird schon in den nächsten Tagen seinen neuen Standort einnehmen.
Einige Tage später, am 10. Juni 1914, ist in der Lippischen Tageszeitung zu entnehmen:
Zur Entscheidung über die Aufstellung eines Findlings soll erst eine Ortsbesichtigung stattfinden.
Die Landeszeitung berichtet dazu etwas ausführlicher:
Stadtv. Luther regt an, den Stein hoch zu stellen. Er würde dann entschieden mehr ausmachen, so könne der Steinkoloß unter keinen Umständen liegen bleiben.
Im Stadtarchiv Lage finden sich weitere Dokumente zur Geschichte des Findlings. Im bereits erwähnten Jahresheft Zeitlupe 2003 findest du die nachfolgende Zusammenstellung.

22 Jahre später, inzwischen haben seit mehr als drei Jahren die Nationalsozialisten die Macht in Lippe und auch in Lage übernommen, findet sich in der Presse ein weiterer Text zum Findling. Die „Lippische Staatszeitung“ fragt am 23. September 1936 unter der Überschrift „Wo befindet sich die Jahrhundert-Eiche?“ Dort ist zu lesen:
… Wir erinnern uns noch des aufragenden Hügels auf dem früheren Sedanplatz, der mit einer Linde bewachsen war und einen sehr schönen großen Findling trug. …

Jetzt stellen sich folgende Fragen:
Wurde der Sedanplatz nach 1933 von den Nationalsozialisten umbenannt?
Wurde der Findling nach 1933 umgesetzt und später nochmals transloziert?
Welcher Platz in Lage trug den Namen Göringplatz?
Welcher Text war auf dem Findling angebracht?
Welcher Baum war in Lage als Jahrhundert-Eiche bekannt?

Der Findling im Jahr 2026

Quellen:
LLB Bilddatenbank https://bilder.llb-detmold.de/search
Lippe-Detmold https://s2w.hbz-nrw.de/urn/urn:nbn:de:hbz:51:1-30042
Zeitpunkt NRW https://zeitpunkt.nrw
Margarete Wißmann, Der Sedanplatz im Wandel eines Jahrhunderts, in Zeitlupe 2003

Tankstelle

Vor fast 100 Jahren berichtet die Lippische Tageszeitung am 19. August 1928
Eine neue Tankstelle ist in den letzten Tagen vor dem Geschäftshaus F. Mendorf angelegt. Nachdem bereits Tankstellen vor den Geschäftshäusern der Firmen Henneberg, Krüger, Hermann Meier, Stegelmann, Trippler, Barkemeier, Tacke und vor dem Gasthaus Lohöfener eingerichtet wurden, haben wir in der Stadt nunmehr 9 Stellen, an denen sich die Kraftfahrzeugfahrer mit Brennstoff versehen können. Die Anzahl der Tankstellen zeigt auch, wie stark der Verkehr in den letzten Jahren angewachsen ist.
Hier ist der Link zu „zeitpunkt.nrw“ mit diesem Artikel

 Lippische Tageszeitung 33 (19.8.1928) 196

Anhand der lippischen Adressbücher aus der LLB ist zu ersehen, dass mehrere der oben genannten Tankstellen an der Langen Straße, der Straßenverbindung Bielefeld-Detmold zu finden waren.
Leider ist kein Bild überliefert um zu erkennen, wie diese Tankstelle ausgesehen hat. Vermutlich war es eine „Fasstankstelle“, vielleicht auch eine sogenannte „Bürgersteigpumpe“ auf welche häufig durch ein Emailleschild mit Pfeil und der Aufschrift „Pumpe“ hingewiesen wurde.
Interessant ist die Suche nach weiteren Informationen über Tankstellen in der Region um Lage/Lippe.

Die Suche im historischen Zeitungsportal in der Zeit zwischen Januar 1921 und Dezember 1928 in den lippischen Zeitungen (Landeszeitung LZ, Tageszeitung TZ, Lippische Post, Volksblatt VB) liefert über 400 Ergebnisse bei der Suche nach dem Schlagwort „Tankstelle“. Viele der Suchergebnisse sind Werbeanzeigen. Ein Blick auf diese Inserate zeigt den Einzug der Tankstellen in Lippe. Texte aus den redaktionellen Teilen der vier Zeitungen liefern einige interessante Zusatzinformationen.

Das erste Inserat zum Stichwort Tankstelle erscheint am 29. März 1923 in der Lippischen Landeszeitung! Für Benzin und Oele wirbt die Firma W. Horn aus Herford.
Nicht weit entfernt in Bad Salzuflen befindet sich die Fahrrad-Fabrik Opel, die am Kurparkeingang eine Tankstelle betreibt. Im Inserat vom 13. Juni 1923 wird auch auf Reparatur und Verkauf von Kraftfahrzeugen hingewiesen. Bereits im folgenden Inserat dieser Firma am 18. Oktober 1923 ist eine Neuausrichtung des Betriebes zu erkennen. Opel & Co. G.m.b.H. betreibt zusätzlich zur Tankstelle eine Autovermietung und ist zugelassen als Fahrschule.

Im Zentrum von Detmold, am Markt firmiert am 7. Dezember 1924 Bernhard Greive mit Reparatur-Werkstatt, Garage, Tankstelle. 10 Tage später berichtet das Volksblatt über die Sitzung der Stadtverordneten: „Am Detmolder Hof, Ecke Exterstraße, soll eine Straßentankstelle errichtet werden.“

Aus Oerlinghausen berichtet die Lippische Landeszeitung am 2. Mai 1925 über ein Mietauto für Personenbeförderung: „Die Firma Julius Lohmeyer, die vor kurzer Zeit hier eine Tankstelle und Reparaturwerkstatt eingerichtet hat, kommt mit der Beschaffung dieses Mietautos einem lange gehegten Wunsche vieler Bewohner entgegen.“

Über die Sitzung der Detmolder Stadtverordneten am 3. Juni 1925 berichtet die Landeszeitung am Folgetag: „Dem Vertragsentwurf zwecks Errichtung von Straßentankstellen gaben die Stadtverordneten ihre Zustimmung.“ Auswärtige Brennstoff-Großfirmen werden durch hiesige Geschäftsleute vertreten. Bereits zwei Tage später kündigt Heinrich Schewe die Neueröffnung einer Reparatur-Werkstätte und Tankstelle an der Wotanstraße 2 an und wiederholt dieses Inserat nahezu in jeder Woche bis zum Jahresende. Der Abgabe eines Grundstücks an der Lageschen Straße an Greive zur Errichtung einer Autogarage stimmten die Stadtverordneten endgültig zu.

Firma Helios, Automobilbau A.-G. aus Köln-Ehrenfeld schaltet am 2. Juli 1925 ein Inserat um auf die General-Vertretung Paul Opel – Auto-Zentrale – Bad Salzuflen an der Alleestraße hinzuweisen.

Dem Thema Tankstellen widmet sich auch der Auto-Atlas des Deutschen Reiches der zum Preis von 12 Mark bei der Meyerschen Hofbuchhandlung bestellt werden kann.

Heinrich Schewe wirbt am 23. August 1925 für die Tankstation an der Wotanstraße; wo er auch Einstellhallen für 15 Wagen anbietet.

Am 5. September 1925 erscheint das Inserat von Hermann Meier, Lage i. L. der auf seine Öl- und Benzin-Tankstelle hinweist. Lange Straße 84 ist die Adresse der Firma die auch Fahrräder, Nähmaschinen und Milchzentrifugen verkauft.

Am 17. September 1925 berichtet die Lippische Landszeitung:
Eine neue Tankstelle. Der immer stärker werdende Autoverkehr in Detmold hat eine neue Tankstelle dringend erforderlich gemacht. Die Dapolin-Gesellschaft errichtet jetzt in der Elisabethstraße, am Eingang der Autozentrale von Preyer, eine zweite Dapolin-Station. Zwei Tage später ist zu lesen:
Blomberg – Tankstelle Der immer stärker werdende Verkehr in den Richtungen Hameln – Paderborn hat auch hier die Errichtung einer Tankstelle nötig gemacht. Die Dapolin-Gesellschaft errichtet hier am Langensteinweg … [bei] Firma Gebr. Mariß eine Tankstelle. … Im Interesse des Gehbahnverkehrs hätte man aber den Zapfständer etwas mehr zur Seite stellen sollen.

An den letzten beiden Oktobertagen des Jahres 1925 inseriert W. Barkemeier aus Lage und macht Reklame für seine Werkstatt für Auto- und Motorrad-Reparaturen. Leider ist dem Inserat nicht zu entnehmen an welcher Adresse die Werkstatt sowie die Dapolin-Tankstelle zu finden sind.

6.5.1926 LZ
Blomberg – Eine neue Tankstelle hat die Dapolingesellschaft bei der Firma Heinrich Düllmann errichtet, was von vielen Kraftfahrern gewiß freudig begrüßt wird.

5.6.1926 LZ
Detmold – Eine neue Tankstelle für Automobile ist in der Grabbestraße am Hotel„Zum Hermann“ errichtet wor­den. Mit seinen leuchtenden Farben ist der Automat in seinem Aeußeren auch ein belebendes Moment des Straßenbildes.
Dem Inserat ist zu entnehmen, dass sich am Hotel zum Hermann eine Olex-Tankstelle befindet.

11.6.1926 TZ
Lemgo – Eine neue Tankstation. Die bekannte Fahrzeughandlung Heinr. Blübaum, Lemgo errichtete eine neue Tankstelle für Kraftfahrzeuge mit Zapfeinrichtung für Benzol und Benzin. Diese Einrichtung dürfte von allen Kraftfahrern freudigst begrüßt werden.

24.6.1926 TZ
Detmold – Neue Tankstationen. Der noch täglich steigende Automobil- und Kraftradverkehr bringt nunmehr auch unserer Stadt verschiedene neue Tankstellen. U. a. errichtet die Rhenania- Gesellschaft an der Hornschen Straße gegenüber der Fa. Gebr. Klingenberg, die Dapolin-Gesellschaft an der Paulinenstraße bei der Fa. Langenheim und in der Woldemarstraße bei der Fa. Grothe je eine Tankstation.

25.6.1926 TZ
Detmold – Bericht aus der Stadtverordnetenversammlung
Dann wurden einige Neueingänge bekannt gegeben, u. a. von der Fa. Gebr. Klingenberg ein Schreiben, in dem gegen die Errichtung einer Dapolin-Tankstelle protestiert wird.

2.7.1926 TZ
Detmold – Bericht aus der Stadtverordnetenversammlung
Die Errichtung einer Tankstation an der Hornschen Straße brachte einen Einspruch der Firma Gebr. Klingenberg.
Stadtv.-Vorst. Dr. Gregorius gab gleichfalls zu erkennen, daß in der Nähe des Gymnasiums bei dem regen Schülerverkehr die Errichtung einer Tankstelle nicht erwünscht sei, da bei regem Automobilverkehr hier leicht Gefahr bestände. Stadtv. Dr. Tielker sprach sich im ähnlichen Sinne aus.
Stadtbaurat Suvan gab zu erkennen, daß die moderne Entwicklung die Aufstellung von Tankstellen mit sich bringe und auch begrüßenswert erscheine, da dadurch die Lagerung der Brennstoffe in den Wohnungen der Automobilbesitzer aufhöre und manche Gefahr unterbinde.
Die Eingabe der Firma Gebr. Klingenberg geht mit dem Wunsch der Berücksichtigung an den Magistrat.

11.9.1926 LZ
Paul Weege macht in einem Inserat auf seine Tankstelle in Sylbach aufmerksam.
Dies ist die erste Tankstelle in Lippe außerhalb einer Stadt, gelegen an der Straße von Lage nach Schötmar!

15.9.1926 LZ
Das Rittergut Niederbarkhausen verpachtet am Scherenkrug ein Haus zur Errichtung einer Schmiede, Werkstatt und Tankstelle.

18.9.1926 LZ
Detmold – Neue Auto-Tankstelle. Die Deutsche Benzol-Vertriebs-G. m. b. H. Dortmund hat am Hotel Kaiserhof, Inh. Aug. Büxe, eine Zapfsäule für ihre Erzeugnisse Benzol und Aral errichtet.

19.9.1926 TZ
Detmold – Neue Benzol-Tankstelle in Detmold Die Deutsche Benzol-Vertriebs GmbH. Dortmund hat am Hotel Kaiserhof in Detmold eine Zapf-Säule für ihre Erzeugnisse eingerichtet. (Siehe Anzeige).

24.10.1926 LZ
Inserat: Sämtliche Reparaturen sachgemäß und preiswert in eigener Werkstatt. W. Runte, Horn i. L. Nordstraße, Teleph. 87, Auto-Reparaturwerkstatt, Tankstelle

22.12.1926 LZ
Inserat: Paul Wehrmann Barntrup 292 Reparatur-Werkstatt – Tankstelle

19.3.1927 LP
Das Inserat: Neuer Krug Tanzkränzchen! verbindet diesen Veranstaltungshinweis mit der Werbung für eine (in der Nähe liegende?) Dapolin-Tankstelle.

5.5.1927 LZ
Bad Salzuflen – Nachdem stadtseitig die Gehbahnanlagen in der Marktstraße hergestellt waren, … soll eine Tankstelle eingerichtet werden.

5.6.1927 LZ
Bad Salzuflen – Eine Tankstelle wird zur Zeit auf dem Parkplatz, gegenüber dem Hotel Korf, aufgestellt.

24.8.1927 LZ
Schwalenberg – Der Kaufmann Aldegarmann beabsichtigt die Errichtung einer Tankstelle vor seinem Hause in der Unteren Straße. Da von verschiedenen Seiten Bedenken wegen des Platzes vorgebracht werden, wird dieser Punkt zunächst der Baukommission überwiesen.

19.1.1928 LT
Hiddesen – Gegen die Vergrößerung der Tankstelle Strate bestehen seitens der Gemeinde keine Bedenken.

25.2.1928 LT
Detmold – Lippischer Landtag; Es liegt dann noch eine Anfrage der Volkspartei betreffend die Tankstelle in der Orbker Straße vor. Präsident Meier schlägt vor, die Anfrage dem LandesPräsidium zur Feststellung des Sachverhalts zu überweisen.
Abg. Köster (D. Bv.) bemerkt hierzu, daß die Tankstelle bereits im Bau wäre und soweit vorgeschritten wäre, daß er Bedenken gegen jede Verzögerung hätte. Es wäre daher dringend erwünscht, wenn die Anfrage baldigst erledigt würde.

26.2.1928 LT
Detmold – Das Gastwirtegewerbe bereitet eine Ausstellung vor und erwähnt Bemerkungen zum Stadtbild: „Gerade zu trostlos ist der Anblick der Anlagen am Bahndamme selbst. Schon daß die Tankstelle nicht schön aussieht, hat sich in der Nähe derselben auch noch ein Schuttabladeplatz gebildet.“

19.8.1928 LT
Lage – Eine neue Tankstelle ist in den letzten Tagen vor dem Geschäftshaus F. Mendorf angelegt. Nachdem bereits Tankstellen vor den Geschäftshäusern der Firmen Henneberg, Krüger, Hermann Meier, Stegelmann, Trippler, Barkemeier, Tacke und vor dem Gasthaus Lohöfener eingerichtet wurden, haben wir in der Stadt nunmehr 9 Stellen, an denen sich die Kraftfahrzeugfahrer mit Brennstoff versehen können. Die Anzahl der Tankstellen zeigt auch, wie stark der Verkehr in den letzten Jahren angewachsen ist.

Eigentlich ist die Geschichte hier zu Ende, doch drei Fundstellen sollen noch erwähnt werden.

War vielleicht die Feststellung der Gastwirte der Impuls zur Stadtgestaltung? In einer der folgenden Sitzungen der Stadtverordneten wird jedenfalls das Thema angesprochen.

15.9.1928 LT
Detmold – Stadtverordnetensitzung Stadtv. Grimm bittet, die Bäume auf dem Platze vor dem Volkshaus nicht zu entfernen, um für eine Tankstelle Platz zu bekommen.
Stadtv. Luttmann heat Bedenken gegen die Einrichtung einer Tankstelle.

31.10. 1928 LT
Donop – Tankstelle. Unsere Ortschaft ist um eine neue Einrichtung bereichert worden. Die Deutsch-Amerikanische Petroleumgesellschaft hat hier eine Dapolinpumpe errichtet, welche vor der Wohnung des Auto- und Fahrradschlossers W. Niere ihren Standort hat. Es ist dadurch einem großen Uebelstand abgeholfen und wird von den hiesigen Beziehern von Brennstoff freudig begrüßt. Auch dürfte die Anlage von durchreisenden Kraftfahrern und Automobilisten rege benutzt werden, zumal die Pumpe an der Landeschaussee Blomberg-Lemgo gelegen und durch ihre bequeme Lage einladend wirkt.

29.11. 1928 LT
Schönemark – Bei dem ständig steigenden Verkehr auf der großen Durchgangsstraße nach Detmold und Paderborn ist aus Kreisen der Kraftwagenbesitzer seit Jahr und Tag lebhaft darüber Klage geführt, daß auf der 10 Kilometer langen Strecke von Detmold nach Horn keine Möglichkeit zum Tanken vorhanden sei. Diesem Uebelstand ist jetzt durch die Aufstellung einer großen Tankstelle am Schönemarker Krug, also in der Mitte der Städte Detmold und Horn entsprochen worden. Die rege und täglich zu beobachtende Inanspruchnahme beweist, wie nötig derartige Anlagen im Zeitalter des Motors geworden sind

Hinweise zu den Markenbezeichnungen im obigen Text:
Die DAPG – Deutsch-Amerikanische-Petroleum Gesellschaft – war Vorläufer der späteren ESSO.
Unter dem Namen Dapol wurde Petroleum – Auf Lippisch Platt Steunölge – verkauft.
Dapolin war das heutige Normalbenzin.

Die beiden ersten Buchstaben von BV-ARAL stehen für: Benzol-Verkaufsvereinigung.
Das 1924 Chemiker Walter Ostwald entwickelte Benzol-Benzin-Gemisch war der erste Super-Kraftstoff.

Die Benzinwerke Rhenania G.m.b.H.fusionierten mit der Ossag (Ölwerke Stern-Sonneborn AG) und heißt heute Shell.

Flugzeugtaufe

Mit dem Rekordflug von Robert Kronfeld, der am 15. Mai 1929 mit der Landung am Königsberg in Detmold den ersten Segelflug über eine Distanz von 100 km erzielte, kam die Begeisterung für die Fliegerei und insbesondere den Segelflug auch nach Lippe. In Detmold, Oerlinghausen, Barntrup, Lage, … entstanden Fliegergruppen, wurden Luftsportvereine gegründet, Flugzeuge und Flugzeugmodelle gebaut. Zwar hatte bereits 1911 der „Detmolder Flugtag“ stattgefunden und das Interesse an der Luftfahrt war seit den ersten Motorflügen der Gebrüder Wright und den ersten Gleitflügen von Otto Lilienthal auch im Lipperland vorhanden. Doch mit dem Ende des 1. Weltkrieges wurde der Motorflug in Deutschland für fast ein Jahrzehnt verboten und nur die Idee des motorlosen Fluges konnte von den Flugpionieren weiterentwickelt werden.

Vier Jahre nach Kronfelds Flug waren die Nationalsozialisten an der Macht und griffen sofort die Begeisterung der Jugend für die Fliegerei auf. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung (Bernhard Rust) schreibt unter dem Betreff: „Pflege der Luftfahrt in den Schulen“: „… müssen fliegerisch begabte Schüler der höheren Schulen und der Berufs- und Fachschulen vom 16. Lebensjahr ab dem praktischen Segelflugsport zugeführt werden.“ (LAV Detmold L 80 III Nr. 4811)
Die Flieger-HJ, erkennbar als gesonderte Gruppe der HJ durch eine graublaue Uniform mit dem Abzeichen des DLV auf dem Ärmel, lernte mit dem Bau von Modellflugzeugen die berufsspezifischen Fertigkeiten eines Flugzeugbauers.

In der Segelflugwerkstatt in der Arminstraße in Detmold bauten die Jugendlichen mit den erworbenen Kenntnissen aus dem Modellbau unter fachlicher Anleitung ein „richtiges“ Segelflugzeug vom Typ Zögling. (Lippische Staatszeitung 13.05.1936)

Die Zeitschrift „Der Teutoburger Wald“ berichtet im Juni 1935 über Flugzeugtaufen im Lipperland.


Im Stadtarchiv Lage gibt es Fotos einer Flugzeugtaufe auf dem Jahnplatz in Lage.
Zu sehen ist ein Flugzeug vom Typ Grunau 8 das auf den Namen Saarland getauft wird.

Die Lippische Staatszeitung berichtet am 4.6.1934 unter der Überschrift:

Stellvertretender Staatsminister Wedderwille hielt die Taufrede. Er sagte Dank für die unermüdliche Arbeit des Berufsschullehrers Uekermann und des Berufsschulleiters Köller, die trotz aller Widerstände den Fluggedanken in Lage schon seit Jahren vorantrieben. Aber auch die Mitglieder der Fliegerortsgruppe seien nie müde geworden in ihrer Arbeit. Das Ergebnis dieser opferfreudigen Arbeit sei das heute zu taufende Flugzeng. Nach weiteren Ausführungen über den Flugsportgedanken folgte der Taufakt.
Pg. Wedderwille wies darauf hin, daß jetzt endlich die Volksabstimmung im Saargebiet stattfinde und die dortigen Volksgenossen mit unendlicher Sehnsucht diesen Termin herbeisehnten. Weithin hallten die Taufworte über den Platz: „Als Zeichen der Verbundenheit des Saarlandes mit dem Deutschen Reiche taufe ich dich „Saarland“!“ Eine Flasche Sekt zerschellte krachend am Flugzeugrumpf, …


Ein Jahr später – wieder auf dem Jahnplatz
Die Lippische Staatszeitung weist am 02.06.1935 auf die nächste Flugzeugtaufe in Lage hin und kündigt den Besuch von hochrangigen Personen an.

Am 04.06.1935 folgt in derselben Zeitung ein ausführlicher Bericht (u. a. mit den Namen diverser Nazigrößen) über die Feier: „…taufte Brigadeführer Faßbach den neuen 12-Meter-Zögling auf den Namen Hermann Pantföder“.

Wer war Hermann Pantföder?
https://www.kreisheimatverein.de/online-bibliothek/biografien-2/pantföder/

Wer sind die genannten „Führerpersonen“?

Brigadeführer Faßbach
Paul Faßbach war ab Januar 1935 Führer der SA-Brigade 65 in Detmold und wurde später Landespolizeiführer
https://lippelex.de/index.php?title=Faßbach,_Paul_(1897-1945)
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Faßbach

Standartenführer Werder
./.

Fliegerschwarmführer von Fabrice   (Viktor?)
./.

Berufsschullehrer Uekermann
Karl Uekermann, Führer der Fliegerortsgruppe Lage

Berufsschulleiter Köller
./.

Kreisleiter Prüßner
August Prüßner, Kreisleiter im Kreis Lemgo
https://lippelex.de/index.php?title=Prüßner,_August_(1895-1970)

Kreisleiter Wedderwille
Adolf Wedderwille, Kreisleiter Kreis Detmold
https://lippelex.de/index.php?title=Wedderwille,_Adolf_(1895-1947)

Bürgermeister Wedderwille
Wilhelm Wedderwille, Bürgermeister in Barntrup
https://lippelex.de/index.php?title=Wedderwille,_Wilhelm_(1893-)

Bürgermeister Ullrich
Friedrich Ullrich, Bürgermeister in Horn:
https://lippelex.de/index.php?title=Ullrich,_Friedrich_(1898-1957)


Nach 1945 wurde „entnazifiziert“ um ehemalige Nazis in „Hauptschuldige“, „Belastete“, „Mitläufer“ einzustufen. Viele Dokumente aus diesen Verfahren sind in den letzten Jahren digitalisiert worden und du kannst Entnazifizierungsakten bei Archive NRW online lesen.
So musst du vorgehen:
Rufe die Archivseite http://archive.nrw auf und gib im Suchfeld „Entnazifizierung August Prüßner“ ein, wähle den richtigen August aus, klicke dann auf das kleine Bildsymbol links und du gelangst zu dieser Seite:
https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Rheinland%2FNW-Bestaende%2FNW_1056%2F~001%2FNW_1056-00106%2Fmets.xml

Hexenstein

Auf der rechten Seite der Extertalstraße von Barntrup nach Rinteln findest du in Fütig im Siegbachtal einen kleinen Wanderparkplatz. Im Naturschutzgebiet „Tal der Exter“ beginnt dort der Patensteig, ein Rundweg durch mehrere Schluchten, die vor Jahrtausenden in der Eiszeit entstanden sind und heute von drei kleineren Bächen durchflossen werden.

Für Kinderwagen ist der Patensteig nicht geeignet! Dieser Hinweis vom Patensteigteam, einer Gruppe von Ehrenamtlern die den Steig pflegt und betreut, ist direkt am Einstieg zum „Wanderweg“ durch einige Stufen zu erkennen.

Drei Wasserfälle, je nach Jahreszeit mehr oder weniger beeindruckend, liegen am 6 km langen Wanderweg, der von Schlucht zu Schlucht über lichte Hochflächen führt und wunderschöne Aussicht über das Extertal bietet.

Der Patensteig im Extertal – Kartenausschnitt aus Land des Hermann

Unzählige Findlinge hat die Eiszeit hier zurückgelassen und bereits 1926 wurde das Gersiektal unter Naturschutz gestellt. Aus Langeweile (so die Info auf einer Hinweistafel) oder vielleicht zur Errichtung von Straßensperren wurden zum Ende des Krieges 1945 mehrere Findlinge von Soldaten der Wehrmacht gesprengt. Doch bereits schon zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde gegen die Regelungen des Naturschutzes verstoßen! Eine Infotafel macht darauf aufmerksam.

Infotafel zum Hexenstein

Zum Namen des Findlings ist in den Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde 1953 zu lesen. Dort werden Lippische Volksbräuche beschrieben.
In Gersiek bei Fütig im Extertal lag bis 1933 der über tausend Zentner schwere „Hexenstein“ (jetzt Kriegerdenkmal auf dem Kollegienplatz in Rinteln). Auf ihm tanzten die Hexen des unteren Extertales in der Mainacht. Es hieß auch, der Teufel spielte mit seinen Kujonen Karten auf der Platte („Puckfeots Skatdisk“). Unter dem Granitblock war das Gemach der Freimaurer. Beim Ersten Hahnenschrei in der Walpurgisnacht drehte er sich einmal um sich selber.

Im Lippischen Dorfkalender 1936
findest du einen Bericht zum Hexenstein.

 Achtet auf die Naturdenkmale und den Schutz der Landschaft! So lautet der Appell in einem Bericht im Mittteilungsblatt des Lippischen Heimatbundes von 1958.

Die Suche nach aktuelleren Informationen führt zu einem Bericht in der Lippischen Landeszeitung vom 2008-04-18. In diesem Zeitungsartikel wird u.a. die 1938 der in den Stein gemeißelte Text „Klagt nicht! Kämpft!“ erwähnt und die Frage aufgeworfen, ob ein Schulhof der geeignete Ort für einen solchen Stein sei.
Hexenstein ist eine schwere Last
Protest in Rinteln gegen Meierberger Findling mit Weltkriegs-Inschrift
Den Text findest du bei www.hiergeblieben.de unter dem folgenden Link.
http://www.hiergeblieben.de/pages/textanzeige.php?&id=18857

Die Schaumburger Zeitung – Schaumburg-Lippische Landeszeitung (SZLZ) berichtet am 2021-01-06 unter dem Titel:
Technische Meisterleistung: Wie der „Hexenstein“ 1933 nach Rinteln kam
Leider ist der Artikel ohne Abo nicht zu lesen.
https://www.szlz.de/lokales/schaumburg/rinteln/technische-meisterleistung-wie-der-hexenstein-1933-nach-rinteln-kam-A7AZBA5BC2767Z6E6Z5Z2AC7DA.html
Leider ist der Artikel ohne Abo nicht zu lesen, u.a. wird berichtet wie der Stein freigelegt und verladen wurde. … Dann begann ein politisches Hick-Hack; die Lippische Landesregierung wollte den Transport ins „Ausland“ nicht genehmigen. … Propagandaminister Josef Goebbels intervenierte.

Historische Bilder vom Hexenstein hat das Stadtarchiv Rinteln und stellt einige davon freundlicherweise für die Nutzung auf dieser Internetseite zur Verfügung.
Zum Dank hier ist der Link zum Universitäts- und Stadtmuseum Rinteln – Die Eulenburg.
https://eulenburg-museum.de

Vom Museum nicht weit entfernt liegt am Kollegienplatz die Hildburgschule Rinteln. Dort findest du den Hexenstein aus den Extertal.


Quellenangaben:
Digitale Sammlungen der LLB Detmold
Stadtarchiv Rinteln
SZLZ – Schaumburger Zeitung Landeszeitung Rinteln
Lippe Tourismus & Marketing GmbH – Land des Hermann

2025-09 Nachtrag
L. W., der NSDAP-Ortsgruppenleiter von Barntrup ließ 1933 einen Findling vom Meierberg als „Hitlerdenkmal“ in Barntrup aufstellen. (Info aus der SZLZ)
Zu diesem Findling gibt es einen Beitrag für den „Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten“ der Körber-Stiftung von einem Schüler der Klasse 10 vom Gymnasium Barntrup, der im Wettbewerbsjahr 1993 von der Körber-Stiftung mit einem Preis ausgezeichnet wurde.
https://koerber-stiftung.de/projekte/geschichtswettbewerb/preistraeger-innen/denkmal-erinnerung-mahnung-rgernis/der-hitlerstein-in-barntrup-zwischen-erinnerung-und-verrgernis/
http://www.westfaelische-geschichte.de/lit3363

2026-03 Nachtrag
Eine kleine Informationstafel wurde auf dem Hexenstein montiert.
Zu Fundort und Geschichte des Hexensteins sind keine Informationen zu finden.

Informationstafel auf dem Hexenstein
Hexenstein – Kollegienplatz – Rinteln – 2026-03

Ellernkruglied

Kaum war der Befehl entstanden
sammelt sich die edle Schar
Offiziere, Aspiranten
und was sonst bei Hofe war,
ziehn erfüllt mit Kampfbegier
wohlverwahrt ins Jadrevier,
und im Geiste sehn sie schon
ihres Weidwerks schönsten Lohn.
Has und Huhn, nehmt euch in acht
denn nur Vollblut heute jagt!
Doch vergeblich war die Freude,
und es wurde Mittagszeit;
zu der Jäger größtem Leide
war kein Wildbret weit und breit;

Hier findest du den vollständigen Text vom Ellernkruglied das einen Konflikt zwischen Adel und Bauernstand humorvoll beschreibt.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/pagetext/20116948

Der Ellernkrug um 1900 – drei Jahrzehnte nach der Belagerung
Postkarte – Text verpixelt – Quelle: LLB Detmold ME-PK-16-8

Die Sonntagspost, eine Wochenzeitung aus Lemgo berichtet in Nr. 40 am 1. Oktober 1871 unter der Überschrift „Der erste Jagdtag in Lage“ über ein Geschehen am Ellernkrug. Autor ist H. Moritz aus Lage.
Im Interesse des auswärtigen Publicums, und um den abenteurlichen Gerüchten, wozu die Vorgänge des ersten Jagdtages gewiß viele Veranlassung geben würden, vorzubeugen, giebt der Unterzeichnete, als Augenzeuge und Theilnehmer, nachstehend ein kurzes, wahrheitsgetreues Referat.

https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/5256780
Im weiteren Verlauf schreibt der Autor:
Vergnügt und gutes Muthes gingen wir hierauf dem Jagdvergnügen weiter nach und begaben uns dann etwa gegen 2 Uhr Nachmittags, nachdem bereits die meisten Nichtjäger ruhig zu Hause gegangen, wieder nach dem Ellernkruge, um uns ein Wenig zu erquicken. Kaum waren wir 10 Minuten dort, als wir eine ganze Compagnie Soldaten mit dem Cab.= Rath v. Meisenbug und dem Gensdarmeriechef an der Spitze im Anmarsch sahen, welche in Blitzesschnelle -unglaublich, aber wahr!- den ganzen Ellernkrug in doppelter Linie umstellten und einschlossen, um ihn kunstgerecht zu belagern oder um uns gefangen zu halten; alle hatten scharf geladen und waren, wie uns versichert wurde, außerdem ein jeder mit 20 scharfen Patronen versehen.

https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/5256781
Im Regierungs= und Anzeige-Blatt vom 3.10.1871 erscheint eine Erklärung des Cabinetts-Rathes. Darin stellt C. von Meysenbug fest, daß er „am 25. September 1871 Detmold überhaupt nicht verlassen habe.“

Derselbe Text erscheint in der folgenden Sonntagspost Nr. 41 und ebenso eine „Berichtigung und Aufklärung“ durch den Autor H. Moritz.

Zeitungen aus dem Rheinland und Westfalen berichten im Oktober 1871 über das Geschehen am Ellernkrug in im kleinen Fürstentum Lippe.
Bürger-Zeitung (Minden) – Der Wächter (Minden-Ravensberg) – Hagener Zeitung – Essener Zeitung – Volks-Zeitung (Essen) – Echo der Gegenwart (Aachen) – Bonner Zeitung – Bielefelder Wochenblatt

Unter der Überschrift „Lippische Jagd=Plauderei“ findest du in „Der Wächter“, der Wochenschrift für Minden und Ravensberg
einen Dialog zwischen Hase und Rebhuhn am Ellernkrug
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/4990592?query=Ellernkrug

In der Plenarsitzung am 20. November 1871, brachte der nationalliberale Abgeordnete Dr. Erhardt im Reichstag eine Anfrage ein, ob dem Reichskanzler bekannt sei, dass im Fürstentum Lippe Personal des Reichsheeres zum Einschreiten gegen die eigene Bevölkerung gebraucht worden sei, und wie der Reichskanzler hierauf gegenüber der lippischen Regierung zu handeln gedenke.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/15448325
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/4990664?query=Erhardt

Die Sonntagspost schreibt dazu in der Ausgabe Nr. 50 vom 10.12.1871

https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/5256843

Zum 100. Jahrestag Arnold Ebert, Vorsitzender des Lippischen Heimatbundes in Heimatland Lippe einen lesenswerten Beitrag:
https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/periodical/pageview/5868922

Erinnerungen an die Belagerung gibt es mit folgenden Beiträgen:
25.09.1927 https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/20116933
22.10.1927 https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/20117074?query=ellernkruge
12.07.2015 https://www.lz.de/lippe/lage/20510874_Kriegerische-Posse-machte-Ellernkrug-im-ganzen-Land-bekannt.html

Einen Übersichtsartikel zur Belagerung des Ellernkruges findest du in LippeLex:
https://lippelex.de/index.php?title=Belagerung_des_Ellernkruges_(1871,_25._September)

Bauern vor dem Ellernkrug – ca. 1875 – Heimatverein Heiden

Eine Seite zum Ellernkrug findest du im Lippe-Häuser-Wiki:
https://www.lippe-haeuser-wiki.de/wiki/Detmolder_Straße_315 (Heiden)

Super 8

Super 8 war ein beliebtes Format für Amateurfilme. Dieses sowie andere Medien sammelt das LWL Medienzentrum, archiviert diese Medien, digitalisiert und publiziert historisch wertvolle Bild- und Tondokumente auf den Seiten des LWL sowie auf dem youtube-Kanal des LWL.

Im März 2025 wurde die Dokumentation „Unterm Hakenkreuz“ im Stadtarchiv Detmold vorgestellt und das zugehörige Video gezeigt.

Hier ist für dich die Links zum Film, dem LWL-Medienzentrum und dem LWL youtube-Kanal.

https://www.youtube.com/user/LWLMedienzentrum

https://www.lwl-medienzentrum.de/de/medien-aus-der-region

Ludwig Altenbernd

Eine kleine verwitterte Gedenktafel an einem am Rand der Innenstadt gelegenen Haus an der Grabbestraße in Detmold erinnert an „des Lipperlandes begeistertster Sänger“ Ludwig Altenbernd.

ca. 1920
2024

Zu Ehren von Ludwig Altenbernd wurde 1921 in Detmold eine Straße benannt. Das Schild mit der Aufschrift Altenberndstr. an einer der Seitenstraßen der Woldemarstraße lässt uns dagegen im Unklaren und wir müssen uns selber schlau machen.

Bei LippeLex erfahren wir: Ludwig Altenbernd war ein lippischer Heimatdichter, Privatlehrer und Rechnungsbeamter.
Sein Vater war Dorflehrer in Augustdorf. Ludwig war noch kein Jahr alt, da wurde er Opfer eines Unfalls, in dessen Folge beide Füße gelähmt wurden.
Er wurde unterrichtet von Vater, Bruder und einem Hilfsprediger und nahm an Lehrerkonferenzen im Elternhaus teil; so eignete er sich umfassende autodidaktischer Bildung an in neueren Sprachen und Arithmetik.
Als Erwachsener zog er nach Detmold, wo er als Privatlehrer und Rechnungsbeamter an der fürstlichen Kammer bei der Regierung in Detmold tätig war. Er wohnte in einem Haus in der heutigen Grabbe-Straße. Als Autor veröffentlichte er vor allem Natur- und Heimatgedichte; Inspiration fand er bei Ausritten. Er wirkte auch als Übersetzer und bot Unterricht an.

Anzeigeblatt 1854 Nr. 19 S. 308
Texte von L. Altenbernd
Bilder von L. Menke

Im Jahr 1871 erschien ein Werk mit „Tabellen zur Verwandlung des lippischen Masses und Gewichts in metrisches Mass und Gewicht, sowie zur Umrechnung der Preise“, das er im Verlauf seiner beruflichen Tätigkeit entwickelt hatte.

Ludwig Altenbernd starb am 11.04.1890 in Detmold. Er ist auf dem Schorenfriedhof an der Blomberger Straße in Detmold begraben. Das Ehrengrab findest du in der Abteilung F Nummer 608.

Im wikipedia Beitrag zu Ludwig Altenbernd findest du ein Bild von einem Gedenkstein in Augustdorf. Du findest diesen Gedenkstein am Rundwanderweg Augustdorf, ca. 500 m Richtung Norden vom Spiel- und Bolzplatzplatz am Triftenweg.

Gedenktafel – Grabbestraße
Gedenktafel – Augustdorf

Das Geburtsdatum von Ludwig Altenbernd kannst du auf den Gedenktafeln lesen und dir fällt sicherlich ein kleiner Unterschied auf. Dieser Fehler basiert auf einem Text von Auguste Deppe, geb. Altenbernd im Jubiläumsband von 1919.

Textauszug Jubiläumsband

Hier kannst du den gesamten Text lesen: Bibliothek der Uni Paderborn
Bei LippeLex ist die Fundstelle zum korrekten Datum angegeben.
Lt. Kirchenbuch Augustdorf ist Ludwig Altenbernd am 24.11.1818 geboren.

Quellen:
LippeLex, wikipedia, Uni-Bibliothek Paderborn, LLB Detmold, wikimedia Foto Gedenkstein

Auguste Bracht

Unter diesem Straßenschild im Detmolder Ortsteil Jerxen fehlt ein kleines Schild mit Informationen.

Wer war Auguste Bracht und aus welchem Grund wird Sie durch eine Straßenbezeichnung geehrt?

In LippeLex, dem wiki mit biographischen Daten zu bedeutenden Personen aus Lippe, das von der LLB Detmold gepflegt wird, findest du wesentliche Informationen.
https://lippelex.de/index.php?title=Bracht,_Auguste_(1875-1939)

Auguste Bracht war 1919 die erste weibliche Abgeordnete im Lippischen Landtag. Sie war bis 1921 Landtagsmitglied. Sie wurde am 17. Juli 1875 in Oerlinghausen geboren, wohnte in Oerlinghausen, erlernte den Beruf als Näherin bei der Firma Benkelberg, war später mit eigener Nähmaschine als Hausnäherin für Benkelberg tätig und setzte sich als SPD-Politikerin für die Rechte von Frauen ein. Sie starb am 30. Mai 1939 in Bielefeld.

Im Adressbuch für das Land Lippe ist die Wohnanschrift eingetragen. Am Haus an der Holter Straße 30 wurde 2023 eine Gedenktafel angebracht.

Wohnhaus und Gedenktafel

Der Heimatforscher Werner Höltke aus Oerlinghausen erinnert 2004 in Heft 8 von Heimatland Lippe an Auguste Bracht.
https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/llb/periodical/pageview/6375553

Horst Biere aus Oerlinghausen ist zu verdanken, dass an Auguste Bracht erinnert wird. Zwei Zeitungsartikel aus seiner „Feder“ sind hier zu lesen.
https://www.lz.de/lippe/oerlinghausen/22767261_Auguste-Bracht-eine-Waeschenaeherin-macht-Karriere.html
https://www.nw.de/lokal/kreis_lippe/uebersicht/23619232_Auguste-Bracht-die-fruehe-Kaempferin.html

Im November 2018 erinnerte Bärbel Sunderbrink in einem Vortrag zum Thema 100 Jahre Frauenrechte in Lippe an Auguste Bracht.

In der Zeitschrift Rosenland wird Auguste Bracht in Heft 22 und Heft 29 erwähnt.
https://www.rosenland-lippe.de/wp-content/uploads/2019/05/Rosenland-22.pdf
https://www.rosenland-lippe.de/wp-content/uploads/2024/03/Rosenland-29.pdf

Hier eine OpenStreetMap damit du die Straße finden kannst.

Sandbaden

Warum kannst du auf den Ostfriesischen Inseln nicht baden?
○ Es ist zu kalt
○ Es ist Ebbe
○ Es ist zu windig
○ Es fehlt der Sand

Auf der Seite ln-1.de/2024/04/Reisetipps findest du alternative Reisetipps.

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