Auf diesem Ausschnitt vom Stadtplan Detmold aus dem Jahr 1891 erkennst du den südlichen Teil der Kernstadt, du findest die Hornsche Straße, die Paulinenstraße und ein unbebautes Gebiet, den Doctorkamp und dort die Obere Straße. Seit 1891 hat es in diesem Bereich verschiedene Änderungen gegeben, Straßen sind dort neu angelegt worden und in der Zeit bis zur Gemeindereform z.T. mehrfach umbenannt worden.
Betrachte jetzt diesen Ausschnitt vom Stadtplan 1891.
Stadtplan 1891 – Ausschnitt – Detmold-West
Die Bahnlinie ist fertig bis zur Paulinen-Straße, vom Bahnhof führt die Hermann-Straße Richtung Süden bis zur Luisen-Straße. Zwei Straßen zweigen von der Hermann-Straße ab, die Sachsen-Straße und als Verbindung zu Braunenbruch die Elisabeth-Straße.
Du erkennst eine bis auf zwei Häuser unbebaute Verbindungsstraße zwischen dem Bahnhof und der Elisabeth-Straße. Am 18. April 1877 wird der Name dieser Straße im Fürstlich-lippischen Anzeigenblatt bekanntgegeben. Mit Bezug auf den Teutoburger Wald entschied sich der Magistrat für den Namen Teut-Straße.
Nördlich der Oberen Straße auf dem Doctorkamp werden im Herbst 1899 Vermessungsarbeiten für den Bau einer neuen Kaserne vorgenommen. Mit dieser Kaserne werden neue Straßen erforderlich. Die Teutstraße wird bis zur Oberen Straße geführt und vorerst als „verlängerte Teutstraße“ (Lippische Tageszeitung 17.01.1901) bezeichnet. Luisen -Straße und Obere -Straße werden durch ein Straßenstück mit dem Namen Ludwig-Straße verbunden. Die Lippische Landeszeitung lobt am 16.3.1904 „Das neue Kasernenviertel wird eine Zierde der Stadt werden.“ Der Name für das Militärareal ist für kurze Zeit Graf Bülow Kaserne. Im Sommer 1906 erfolgt die Umbenennung in Kaserne III. Bereits Jahre vorher wird der verlängerter Teut-Straße ein Name gegeben.
Mit höchster Genehmigung ist der verlängerten Teut-Straße, welche von der Elisabethstraße zum Knochenbache abzweigt, der Name „Emilien“-Straße beigelegt. Der Magistrat, Petri
Inzwischen ist die Erschließungsstraße für die Kaserne von der Elisabeth-Straße bis zur Oberen Straße zu Ehren von Emilie zur Lippe, der Ehefrau von Fürst Leopold II als Emilienstraße benannt worden und die Straße vom Bahnhof bis zum Doctorkamp heißt im ersten Teilstück Teutstraße und im weiteren Verlauf Emilienstraße. Das ist wenig befriedigend und der Magistrat beschließt den gesamten Straßenzug einheitlich zu benennen. Die Lippische Landeszeitung veröffentlicht diesen Beschluß am 11.06.1901.
Die Ludwig-Straße auf dem Doctorkamp gab es so nur für wenige Monate und daher existiert auch kein Stadtplan auf dem dieser Name verzeichnet ist.
ca. 25 Jahre vergehen bis zu weiteren Umbenennungen. 1935 wird die Oberestraße in einem Teilstück in Palaisstraße und weiter westlich in 55er Straße umbenannt.
Die Straße mit der Namenskette Luisenstraße – Alexanderplatz – Teutstraße – 55er Straße heißt seit der Gemeindereform 1970 Bielefelder Straße. Zwar gibt es keinen Stadtplan aus den 1940er Jahren, doch etwas gibt es noch aus der Zeit 1933 – 1945 zu berichten, denn im Stadtplan von 1960 gibt es die Wilhelm-Teudt-Straße auf dem vorher Teutstraße benannten Straßenstück.
Wie ist das zu erklären und wer war Wilhelm Teudt?
Der 1860 in Bergkirchen (jetzt ein Ortsteil von Wölpinghausen im Kreis Schaumburg) geborene Pfarrer und völkische Laienforscher beschäftigte sich mit der sogenannten Germanenkunde, der Geschichte der Externsteine, den Ausgrabungen in der Senne bei Oesterholz,… Das Areal um Haus Gierke in Oesterholz interpretierte Teudt als „germanische Heiligtümer“, die heutige Fürstenallee sah er als „Feststraße“ in der „Heiligen Mark“. Auf dem „Sternhof“ (so wurde Haus Gierke von ihm genannt) hätten die altgermanischen Astronomen, die auch für den „Gestirnsdienst“ an den Externsteinen zuständig gewesen seien, gelebt und gearbeitet. 1935 (Wikipedia) bzw. am 20.04.1936 (Rosenland Nr. 11, Seite 33) wurde er zum Professor ernannt, 1940 wurde ihm anlässlich seines 80. Geburtstages die Goethe-Medaille verliehen. Die Stadt Detmold ernannte ihn 1935 (Wikipedia) bzw. am 5.10.1936 (Rosenland Nr. 11, Seite 33) zum Ehrenbürger und benannte 1942 die Teutstraße um in Wilhelm-Teudt-Straße.
Teudt starb am 5.1.1942, sein Grab befindet sich auf dem alten Friedhof in Detmold.
Erst am 27. Mai 2010 wurde die Ehrenbürgerschaft durch den Rat der Stadt Detmold symbolisch aberkannt! In Rosenland Nr. 16 von 2014 ist jedoch zu lesen: Herrn Prof. Teudt wurden durch Beschluß des Rates vom 9. November 1945 die Ehrenbürgerrechte aberkannt. Dieser Ratsbeschluss scheint der Stadtverwaltung im Jahr 2010 jedoch nicht bekannt gewesen zu sein.
Sechs Bilder zum Stichwort „Findling“ liefert die Suche in der LLB-Bilddatenbank. Einer dieser Findlinge liegt auf dem Sedanplatz in Lage.
Das Bild aus dem Jahr 1924 stammt aus dem Buch „Lippe-Detmold“ – LLB Bilddatenbank
Aktuell kaum wahrzunehmen liegt der Stein heute hinter Gebüsch verborgen. Welche Geschichte verbirgt sich hinter diesem Stein? Im Jahresheft Zeitlupe 2003 findest du einen Artikel zur Geschichte des Platzes und darin den Hinweis: „Eine Bereicherung der besonderen Art erhielt der Sedanplatz im Juni 1914. Ein in der städtischen Tonkuhle „Zum Fichtenbusch“ gehobener Findling erheblichen Ausmaßes bekam seinen endgültigen Platz im Park vor der Bürgerschule und wurde dort als Naturdenkmal ausgewiesen“. Zur Lage dieser Tonkuhle gibt es keine näheren Angaben.
Die Recherche auf dem Zeitungsportal zeit.punkt NRW liefert einige Treffer zu der Suche „Findling“. Die Landeszeitung und die Volkswacht berichten am 27. März 1914 aus der Stadtverordnetenversammlung Lage zur Verwertung des Findlings. Der Stadtv. Bussemeyer vertritt die Auffassung, dass der Sedanplatz und dort gegenüber der Bürgerschule der geeignetste Platz sei. Im Gegensatz dazu hält Bürgermeister Lüning den Ort für nicht empfehlenswert. Der Antrag von Bussemeyer wird angenommen. Am 2. Juni 1914 meldet die Lippische Landeszeitung: Den Findling in der Tongrube hat man nunmehr gehoben; er befindet sich auf dem Transporte zu seinem Standorte am Bahnhofe. Nach schwieriger Arbeit hat man den Stein-Koloß auf einen Wagen gewunden; er wird schon in den nächsten Tagen seinen neuen Standort einnehmen. Einige Tage später, am 10. Juni 1914, ist in der Lippischen Tageszeitung zu entnehmen: Zur Entscheidung über die Aufstellung eines Findlings soll erst eine Ortsbesichtigung stattfinden. Die Landeszeitung berichtet dazu etwas ausführlicher: Stadtv. Luther regt an, den Stein hoch zu stellen. Er würde dann entschieden mehr ausmachen, so könne der Steinkoloß unter keinen Umständen liegen bleiben. Im Stadtarchiv Lage finden sich weitere Dokumente zur Geschichte des Findlings. Im bereits erwähnten Jahresheft Zeitlupe 2003 findest du die nachfolgende Zusammenstellung.
22 Jahre später, inzwischen haben seit mehr als drei Jahren die Nationalsozialisten die Macht in Lippe und auch in Lage übernommen, findet sich in der Presse ein weiterer Text zum Findling. Die „Lippische Staatszeitung“ fragt am 23. September 1936 unter der Überschrift „Wo befindet sich die Jahrhundert-Eiche?“ Dort ist zu lesen: … Wir erinnern uns noch des aufragenden Hügels auf dem früheren Sedanplatz, der mit einer Linde bewachsen war und einen sehr schönen großen Findling trug. …
Jetzt stellen sich folgende Fragen: Wurde der Sedanplatz nach 1933 von den Nationalsozialisten umbenannt? Wurde der Findling nach 1933 umgesetzt und später nochmals transloziert? Welcher Platz in Lage trug den Namen Göringplatz? Welcher Text war auf dem Findling angebracht? Welcher Baum war in Lage als Jahrhundert-Eiche bekannt?
Der Findling im Jahr 2026
Quellen: LLB Bilddatenbank https://bilder.llb-detmold.de/search Lippe-Detmold https://s2w.hbz-nrw.de/urn/urn:nbn:de:hbz:51:1-30042 Zeitpunkt NRW https://zeitpunkt.nrw Margarete Wißmann, Der Sedanplatz im Wandel eines Jahrhunderts, in Zeitlupe 2003
2026-05 Nachtrag Es gab in Lage zwei Plätze mit dem Namen Sedanplatz! Lippische Kulturlandschaften – Heft 23 – Der Stadtwald von Lage und weitere Recherchen auf Zeitpunkt NRW liefern die Antworten zu obigen Fragen. Ein Areal im Stadtwald trägt den Namen: Auf dem Berge.
Der Stadtwald von Lage – StA Lage – LLB Detmold
Dort wurde 1890 ein Platz für öffentliche Veranstaltungen angelegt und „Sedanplatz“ genannt. In der Platzmitte eine Linde sowie ein Findling mit der Aufschrift: „Friedrichshöhe Sedanplatz 1870“. Die Sportvereine hatten in der Stadt keinen geeigneten Platz und nutzten diesen „Sedanplatz“ als später bekannten „Bergsportplatz“. Der Findling in der Mitte störte und er wurde an den Rand des Platzes versetzt. 1933 wurde der Platz in Göring-Platz umbenannt, eine heute unübliche Schreibweise mit Bindestrich.
Die Suche in Zeitpunkt NRW lieferte erst mit dem Bindestrich den gesuchten Beleg.
Nach 1945 wurde der Name Bergsportplatz für dieses Areal im Stadtwald verwendet. Im Jahre 1956 wurde der Findling noch einmal versetzt und mit einer neuen Beschriftung und dem Signet des Turnerbundes versehen.
Nicht nur ein Sedanplatz in Lage! Am 20.09.1887 berichtet die Lippische Post über ein Ereignis am 17. September: Heute fand die Einweihung unserer neu erbauten Bürgerschule am Sedanplatze statt. Am 20.08.1890 berichtet die Lippische Landeszeitung über die Vorbereitungen zur Sedanfeier. „… Abmarsch sämmlicher Schule, Vereine und Bürgerschaft zum Sedanplatze auf dem Berge.“
2026-05-Nachtrag Auf der oben genannte Karte vom Stadtwald ist mit Ziffer 7 eine Naturgeschützte Eiche oberhalb vom Bergsportplatz verzeichnet. Vermutlich ist dieser Baum die „Jahrhunderteiche„.
Quellen: Lippische Kulturlandschaften – Heft 23 – Der Stadtwald von Lage Zeitpunkt NRW https://zeitpunkt.nrw
Vor fast 100 Jahren berichtet die Lippische Tageszeitung am 19. August 1928 Eine neue Tankstelle ist in den letzten Tagen vor dem Geschäftshaus F. Mendorf angelegt. Nachdem bereits Tankstellen vor den Geschäftshäusern der Firmen Henneberg, Krüger, Hermann Meier, Stegelmann, Trippler, Barkemeier, Tacke und vor dem Gasthaus Lohöfener eingerichtet wurden, haben wir in der Stadt nunmehr 9 Stellen, an denen sich die Kraftfahrzeugfahrer mit Brennstoff versehen können. Die Anzahl der Tankstellen zeigt auch, wie stark der Verkehr in den letzten Jahren angewachsen ist. Hier ist der Link zu „zeitpunkt.nrw“ mit diesem Artikel
Anhand der lippischen Adressbücher aus der LLB ist zu ersehen, dass mehrere der oben genannten Tankstellen an der Langen Straße, der Straßenverbindung Bielefeld-Detmold zu finden waren. Leider ist kein Bild überliefert um zu erkennen, wie diese Tankstelle ausgesehen hat. Vermutlich war es eine „Fasstankstelle“, vielleicht auch eine sogenannte „Bürgersteigpumpe“ auf welche häufig durch ein Emailleschild mit Pfeil und der Aufschrift „Pumpe“ hingewiesen wurde. Interessant ist die Suche nach weiteren Informationen über Tankstellen in der Region um Lage/Lippe.
Die Suche im historischen Zeitungsportal in der Zeit zwischen Januar 1921 und Dezember 1928 in den lippischen Zeitungen (Landeszeitung LZ, Tageszeitung TZ, Lippische Post, Volksblatt VB) liefert über 400 Ergebnisse bei der Suche nach dem Schlagwort „Tankstelle“. Viele der Suchergebnisse sind Werbeanzeigen. Ein Blick auf diese Inserate zeigt den Einzug der Tankstellen in Lippe. Texte aus den redaktionellen Teilen der vier Zeitungen liefern einige interessante Zusatzinformationen.
Das erste Inserat zum Stichwort Tankstelle erscheint am 29. März 1923 in der Lippischen Landeszeitung! Für Benzin und Oele wirbt die Firma W. Horn aus Herford. Nicht weit entfernt in Bad Salzuflen befindet sich die Fahrrad-Fabrik Opel, die am Kurparkeingang eine Tankstelle betreibt. Im Inserat vom 13. Juni 1923 wird auch auf Reparatur und Verkauf von Kraftfahrzeugen hingewiesen. Bereits im folgenden Inserat dieser Firma am 18. Oktober 1923 ist eine Neuausrichtung des Betriebes zu erkennen. Opel & Co. G.m.b.H. betreibt zusätzlich zur Tankstelle eine Autovermietung und ist zugelassen als Fahrschule.
Im Zentrum von Detmold, am Markt firmiert am 7. Dezember 1924 Bernhard Greive mit Reparatur-Werkstatt, Garage, Tankstelle. 10 Tage später berichtet das Volksblatt über die Sitzung der Stadtverordneten: „Am Detmolder Hof, Ecke Exterstraße, soll eine Straßentankstelle errichtet werden.“
Aus Oerlinghausen berichtet die Lippische Landeszeitung am 2. Mai 1925 über ein Mietauto für Personenbeförderung: „Die Firma Julius Lohmeyer, die vor kurzer Zeit hier eine Tankstelle und Reparaturwerkstatt eingerichtet hat, kommt mit der Beschaffung dieses Mietautos einem lange gehegten Wunsche vieler Bewohner entgegen.“
Über die Sitzung der Detmolder Stadtverordneten am 3. Juni 1925 berichtet die Landeszeitung am Folgetag: „Dem Vertragsentwurf zwecks Errichtung von Straßentankstellen gaben die Stadtverordneten ihre Zustimmung.“ Auswärtige Brennstoff-Großfirmen werden durch hiesige Geschäftsleute vertreten. Bereits zwei Tage später kündigt Heinrich Schewe die Neueröffnung einer Reparatur-Werkstätte und Tankstelle an der Wotanstraße 2 an und wiederholt dieses Inserat nahezu in jeder Woche bis zum Jahresende. Der Abgabe eines Grundstücks an der Lageschen Straße an Greive zur Errichtung einer Autogarage stimmten die Stadtverordneten endgültig zu.
Firma Helios, Automobilbau A.-G. aus Köln-Ehrenfeld schaltet am 2. Juli 1925 ein Inserat um auf die General-Vertretung Paul Opel – Auto-Zentrale – Bad Salzuflen an der Alleestraße hinzuweisen.
Dem Thema Tankstellen widmet sich auch der Auto-Atlas des Deutschen Reiches der zum Preis von 12 Mark bei der Meyerschen Hofbuchhandlung bestellt werden kann.
Heinrich Schewe wirbt am 23. August 1925 für die Tankstation an der Wotanstraße; wo er auch Einstellhallen für 15 Wagen anbietet.
Am 5. September 1925 erscheint das Inserat von Hermann Meier, Lage i. L. der auf seine Öl- und Benzin-Tankstelle hinweist. Lange Straße 84 ist die Adresse der Firma die auch Fahrräder, Nähmaschinen und Milchzentrifugen verkauft.
Am 17. September 1925 berichtet die Lippische Landszeitung: Eine neue Tankstelle. Der immer stärker werdende Autoverkehr in Detmold hat eine neue Tankstelle dringend erforderlich gemacht. Die Dapolin-Gesellschaft errichtet jetzt in der Elisabethstraße, am Eingang der Autozentrale von Preyer, eine zweite Dapolin-Station. Zwei Tage später ist zu lesen: Blomberg – Tankstelle Der immer stärker werdende Verkehr in den Richtungen Hameln – Paderborn hat auch hier die Errichtung einer Tankstelle nötig gemacht. Die Dapolin-Gesellschaft errichtet hier am Langensteinweg … [bei] Firma Gebr. Mariß eine Tankstelle. … Im Interesse des Gehbahnverkehrs hätte man aber den Zapfständer etwas mehr zur Seite stellen sollen.
An den letzten beiden Oktobertagen des Jahres 1925 inseriert W. Barkemeier aus Lage und macht Reklame für seine Werkstatt für Auto- und Motorrad-Reparaturen. Leider ist dem Inserat nicht zu entnehmen an welcher Adresse die Werkstatt sowie die Dapolin-Tankstelle zu finden sind.
6.5.1926 LZ Blomberg – Eine neue Tankstelle hat die Dapolingesellschaft bei der Firma Heinrich Düllmann errichtet, was von vielen Kraftfahrern gewiß freudig begrüßt wird.
5.6.1926 LZ Detmold – Eine neue Tankstelle für Automobile ist in der Grabbestraße am Hotel„Zum Hermann“ errichtet worden. Mit seinen leuchtenden Farben ist der Automat in seinem Aeußeren auch ein belebendes Moment des Straßenbildes. Dem Inserat ist zu entnehmen, dass sich am Hotel zum Hermann eine Olex-Tankstelle befindet.
11.6.1926 TZ Lemgo – Eine neue Tankstation. Die bekannte Fahrzeughandlung Heinr. Blübaum, Lemgo errichtete eine neue Tankstelle für Kraftfahrzeuge mit Zapfeinrichtung für Benzol und Benzin. Diese Einrichtung dürfte von allen Kraftfahrern freudigst begrüßt werden.
24.6.1926 TZ Detmold – Neue Tankstationen. Der noch täglich steigende Automobil- und Kraftradverkehr bringt nunmehr auch unserer Stadt verschiedene neue Tankstellen. U. a. errichtet die Rhenania- Gesellschaft an der Hornschen Straße gegenüber der Fa. Gebr. Klingenberg, die Dapolin-Gesellschaft an der Paulinenstraße bei der Fa. Langenheim und in der Woldemarstraße bei der Fa. Grothe je eine Tankstation.
25.6.1926 TZ Detmold – Bericht aus der Stadtverordnetenversammlung Dann wurden einige Neueingänge bekannt gegeben, u. a. von der Fa. Gebr. Klingenberg ein Schreiben, in dem gegen die Errichtung einer Dapolin-Tankstelle protestiert wird.
2.7.1926 TZ Detmold – Bericht aus der Stadtverordnetenversammlung Die Errichtung einer Tankstation an der Hornschen Straße brachte einen Einspruch der Firma Gebr. Klingenberg. Stadtv.-Vorst. Dr. Gregorius gab gleichfalls zu erkennen, daß in der Nähe des Gymnasiums bei dem regen Schülerverkehr die Errichtung einer Tankstelle nicht erwünscht sei, da bei regem Automobilverkehr hier leicht Gefahr bestände. Stadtv. Dr. Tielker sprach sich im ähnlichen Sinne aus. Stadtbaurat Suvan gab zu erkennen, daß die moderne Entwicklung die Aufstellung von Tankstellen mit sich bringe und auch begrüßenswert erscheine, da dadurch die Lagerung der Brennstoffe in den Wohnungen der Automobilbesitzer aufhöre und manche Gefahr unterbinde. Die Eingabe der Firma Gebr. Klingenberg geht mit dem Wunsch der Berücksichtigung an den Magistrat.
11.9.1926 LZ Paul Weege macht in einem Inserat auf seine Tankstelle in Sylbach aufmerksam. Dies ist die erste Tankstelle in Lippe außerhalb einer Stadt, gelegen an der Straße von Lage nach Schötmar!
15.9.1926 LZ Das Rittergut Niederbarkhausen verpachtet am Scherenkrug ein Haus zur Errichtung einer Schmiede, Werkstatt und Tankstelle.
18.9.1926 LZ Detmold – Neue Auto-Tankstelle. Die Deutsche Benzol-Vertriebs-G. m. b. H. Dortmund hat am Hotel Kaiserhof, Inh. Aug. Büxe, eine Zapfsäule für ihre Erzeugnisse Benzol und Aral errichtet.
19.9.1926 TZ Detmold – Neue Benzol-Tankstelle in Detmold Die Deutsche Benzol-Vertriebs GmbH. Dortmund hat am Hotel Kaiserhof in Detmold eine Zapf-Säule für ihre Erzeugnisse eingerichtet. (Siehe Anzeige).
24.10.1926 LZ Inserat: Sämtliche Reparaturen sachgemäß und preiswert in eigener Werkstatt. W. Runte, Horn i. L. Nordstraße, Teleph. 87, Auto-Reparaturwerkstatt, Tankstelle
22.12.1926 LZ Inserat: Paul Wehrmann Barntrup 292 Reparatur-Werkstatt – Tankstelle
19.3.1927 LP Das Inserat: Neuer Krug Tanzkränzchen! verbindet diesen Veranstaltungshinweis mit der Werbung für eine (in der Nähe liegende?) Dapolin-Tankstelle.
5.5.1927 LZ Bad Salzuflen – Nachdem stadtseitig die Gehbahnanlagen in der Marktstraße hergestellt waren, … soll eine Tankstelle eingerichtet werden.
5.6.1927 LZ Bad Salzuflen – Eine Tankstelle wird zur Zeit auf dem Parkplatz, gegenüber dem Hotel Korf, aufgestellt.
24.8.1927 LZ Schwalenberg – Der Kaufmann Aldegarmann beabsichtigt die Errichtung einer Tankstelle vor seinem Hause in der Unteren Straße. Da von verschiedenen Seiten Bedenken wegen des Platzes vorgebracht werden, wird dieser Punkt zunächst der Baukommission überwiesen.
19.1.1928 LT Hiddesen – Gegen die Vergrößerung der Tankstelle Strate bestehen seitens der Gemeinde keine Bedenken.
25.2.1928 LT Detmold – Lippischer Landtag; Es liegt dann noch eine Anfrage der Volkspartei betreffend die Tankstelle in der Orbker Straße vor. Präsident Meier schlägt vor, die Anfrage dem LandesPräsidium zur Feststellung des Sachverhalts zu überweisen. Abg. Köster (D. Bv.) bemerkt hierzu, daß die Tankstelle bereits im Bau wäre und soweit vorgeschritten wäre, daß er Bedenken gegen jede Verzögerung hätte. Es wäre daher dringend erwünscht, wenn die Anfrage baldigst erledigt würde.
26.2.1928 LT Detmold – Das Gastwirtegewerbe bereitet eine Ausstellung vor und erwähnt Bemerkungen zum Stadtbild: „Gerade zu trostlos ist der Anblick der Anlagen am Bahndamme selbst. Schon daß die Tankstelle nicht schön aussieht, hat sich in der Nähe derselben auch noch ein Schuttabladeplatz gebildet.“
19.8.1928 LT Lage – Eine neue Tankstelle ist in den letzten Tagen vor dem Geschäftshaus F. Mendorf angelegt. Nachdem bereits Tankstellen vor den Geschäftshäusern der Firmen Henneberg, Krüger, Hermann Meier, Stegelmann, Trippler, Barkemeier, Tacke und vor dem Gasthaus Lohöfener eingerichtet wurden, haben wir in der Stadt nunmehr 9 Stellen, an denen sich die Kraftfahrzeugfahrer mit Brennstoff versehen können. Die Anzahl der Tankstellen zeigt auch, wie stark der Verkehr in den letzten Jahren angewachsen ist.
Eigentlich ist die Geschichte hier zu Ende, doch drei Fundstellen sollen noch erwähnt werden.
War vielleicht die Feststellung der Gastwirte der Impuls zur Stadtgestaltung? In einer der folgenden Sitzungen der Stadtverordneten wird jedenfalls das Thema angesprochen.
15.9.1928 LT Detmold – Stadtverordnetensitzung Stadtv. Grimm bittet, die Bäume auf dem Platze vor dem Volkshaus nicht zu entfernen, um für eine Tankstelle Platz zu bekommen. Stadtv. Luttmann heat Bedenken gegen die Einrichtung einer Tankstelle.
31.10. 1928 LT Donop – Tankstelle. Unsere Ortschaft ist um eine neue Einrichtung bereichert worden. Die Deutsch-Amerikanische Petroleumgesellschaft hat hier eine Dapolinpumpe errichtet, welche vor der Wohnung des Auto- und Fahrradschlossers W. Niere ihren Standort hat. Es ist dadurch einem großen Uebelstand abgeholfen und wird von den hiesigen Beziehern von Brennstoff freudig begrüßt. Auch dürfte die Anlage von durchreisenden Kraftfahrern und Automobilisten rege benutzt werden, zumal die Pumpe an der Landeschaussee Blomberg-Lemgo gelegen und durch ihre bequeme Lage einladend wirkt.
29.11. 1928 LT Schönemark – Bei dem ständig steigenden Verkehr auf der großen Durchgangsstraße nach Detmold und Paderborn ist aus Kreisen der Kraftwagenbesitzer seit Jahr und Tag lebhaft darüber Klage geführt, daß auf der 10 Kilometer langen Strecke von Detmold nach Horn keine Möglichkeit zum Tanken vorhanden sei. Diesem Uebelstand ist jetzt durch die Aufstellung einer großen Tankstelle am Schönemarker Krug, also in der Mitte der Städte Detmold und Horn entsprochen worden. Die rege und täglich zu beobachtende Inanspruchnahme beweist, wie nötig derartige Anlagen im Zeitalter des Motors geworden sind
Hinweise zu den Markenbezeichnungen im obigen Text: Die DAPG – Deutsch-Amerikanische-Petroleum Gesellschaft – war Vorläufer der späteren ESSO. Unter dem Namen Dapol wurde Petroleum – Auf Lippisch Platt Steunölge – verkauft. Dapolin war das heutige Normalbenzin.
Die beiden ersten Buchstaben von BV-ARAL stehen für: Benzol-Verkaufsvereinigung. Das 1924 Chemiker Walter Ostwald entwickelte Benzol-Benzin-Gemisch war der erste Super-Kraftstoff.
Die Benzinwerke Rhenania G.m.b.H.fusionierten mit der Ossag (Ölwerke Stern-Sonneborn AG) und heißt heute Shell.
Es ist Zeit für einen Espresso, da kommt das Fachwerk Cafe in Schloß Neuhaus bei einer Tour im Paderborner Land gerade recht. Direkt vor dem Cafe fällt dir das Straßenschild auf: Sertürnerstraße.
Du genießt deine Kaffee, vielleicht auch ein Stück Kuchen und machst dich auf Entdeckertour. Der Infotafel unter dem Straßenschild liefert dir erste Informationen. Friedrich Wilhelm Adam Sertürner wurde hier in Neuhaus geboren; in dieser Straße, die sich als sehr verzweigt und verwinkelt herausstellt.
Wo ist das Haus 133a zu finden? Das war ja sicherlich die ehemalige Hausnummer: Neuhaus Nr. 133 Irgendwo hier muss es doch sein! Du findest es nicht mehr, denn es ist vor vielen Jahren abgebrannt.
Geburtshaus von Friedrich Sertürners – Bleistiftzeichnung – Quelle: Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Eigentlich wollte Friedrich Sertürner Landvermesser und Architekt werden, doch der frühe Tod seines Vaters führte dazu dass er im Alter von 15 Jahren ein Apothekerlehre in Paderborn begann und diese 1803 als Gehilfe abschließen konnte. Vor mehr als 200 Jahren, im Jahr 1804, entdeckte der Apothekergehilfe im Labor der Hof-Apotheke Paderborn das erste Alkaloid: das Morphin.
1805 nahm Friedrich Sertürner eine Stelle an der Rats-Apotheke in Einbeck an, legte 1809 das Apothekerexamen ab und gründete in Einbeck eine zweite Apotheke welche er bis 1817 betreiben durfte bzw. konnte. 1821 kaufte er die Raths-Apotheke im Hochzeitshaus in Hameln. Hier arbeitete er bis zu seinem Tod am 20. 02 1841.
In Schloß Neuhaus findest du am Schlosspark eine Gedenkstele mit Büste und Gedenkstein.
Gedenkstele mit Büste und Gedenkstein in Schloß Neuhaus
Gedenktafeln in Einbeck und Hameln
In Einbeck findest du eine Gedenktafel an der Sertürner-Apotheke
In Hameln findest du eine Gedenktafel am Hochzeitshaus
Diese Information findest du in der Historie auf der Webseite der Raths-Apotheke in Hameln
Mit dem Rekordflug von Robert Kronfeld, der am 15. Mai 1929 mit der Landung am Königsberg in Detmold den ersten Segelflug über eine Distanz von 100 km erzielte, kam die Begeisterung für die Fliegerei und insbesondere den Segelflug auch nach Lippe. In Detmold, Oerlinghausen, Barntrup, Lage, … entstanden Fliegergruppen, wurden Luftsportvereine gegründet, Flugzeuge und Flugzeugmodelle gebaut. Zwar hatte bereits 1911 der „Detmolder Flugtag“ stattgefunden und das Interesse an der Luftfahrt war seit den ersten Motorflügen der Gebrüder Wright und den ersten Gleitflügen von Otto Lilienthal auch im Lipperland vorhanden. Doch mit dem Ende des 1. Weltkrieges wurde der Motorflug in Deutschland für fast ein Jahrzehnt verboten und nur die Idee des motorlosen Fluges konnte von den Flugpionieren weiterentwickelt werden.
Vier Jahre nach Kronfelds Flug waren die Nationalsozialisten an der Macht und griffen sofort die Begeisterung der Jugend für die Fliegerei auf. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung (Bernhard Rust) schreibt unter dem Betreff: „Pflege der Luftfahrt in den Schulen“: „… müssen fliegerisch begabte Schüler der höheren Schulen und der Berufs- und Fachschulen vom 16. Lebensjahr ab dem praktischen Segelflugsport zugeführt werden.“ (LAV Detmold L 80 III Nr. 4811) Die Flieger-HJ, erkennbar als gesonderte Gruppe der HJ durch eine graublaue Uniform mit dem Abzeichen des DLV auf dem Ärmel, lernte mit dem Bau von Modellflugzeugen die berufsspezifischen Fertigkeiten eines Flugzeugbauers.
In der Segelflugwerkstatt in der Arminstraße in Detmold bauten die Jugendlichen mit den erworbenen Kenntnissen aus dem Modellbau unter fachlicher Anleitung ein „richtiges“ Segelflugzeug vom Typ Zögling. (Lippische Staatszeitung 13.05.1936)
Die Zeitschrift „Der Teutoburger Wald“ berichtet im Juni 1935 über Flugzeugtaufen im Lipperland.
Im Stadtarchiv Lage gibt es Fotos einer Flugzeugtaufe auf dem Jahnplatz in Lage. Zu sehen ist ein Flugzeug vom Typ Grunau 8 das auf den Namen Saarland getauft wird.
Die Lippische Staatszeitung berichtet am 4.6.1934 unter der Überschrift:
Stellvertretender Staatsminister Wedderwille hielt die Taufrede. Er sagte Dank für die unermüdliche Arbeit des Berufsschullehrers Uekermann und des Berufsschulleiters Köller, die trotz aller Widerstände den Fluggedanken in Lage schon seit Jahren vorantrieben. Aber auch die Mitglieder der Fliegerortsgruppe seien nie müde geworden in ihrer Arbeit. Das Ergebnis dieser opferfreudigen Arbeit sei das heute zu taufende Flugzeng. Nach weiteren Ausführungen über den Flugsportgedanken folgte der Taufakt. Pg. Wedderwille wies darauf hin, daß jetzt endlich die Volksabstimmung im Saargebiet stattfinde und die dortigen Volksgenossen mit unendlicher Sehnsucht diesen Termin herbeisehnten. Weithin hallten die Taufworte über den Platz: „Als Zeichen der Verbundenheit des Saarlandes mit dem Deutschen Reiche taufe ich dich „Saarland“!“ Eine Flasche Sekt zerschellte krachend am Flugzeugrumpf, …
Ein Jahr später – wieder auf dem Jahnplatz Die Lippische Staatszeitung weist am 02.06.1935 auf die nächste Flugzeugtaufe in Lage hin und kündigt den Besuch von hochrangigen Personen an.
Am 04.06.1935 folgt in derselben Zeitung ein ausführlicher Bericht (u. a. mit den Namen diverser Nazigrößen) über die Feier: „…taufte Brigadeführer Faßbach den neuen 12-Meter-Zögling auf den Namen Hermann Pantföder“.
Auf der rechten Seite der Extertalstraße von Barntrup nach Rinteln findest du in Fütig im Siegbachtal einen kleinen Wanderparkplatz. Im Naturschutzgebiet „Tal der Exter“ beginnt dort der Patensteig, ein Rundweg durch mehrere Schluchten, die vor Jahrtausenden in der Eiszeit entstanden sind und heute von drei kleineren Bächen durchflossen werden.
Für Kinderwagen ist der Patensteig nicht geeignet! Dieser Hinweis vom Patensteigteam, einer Gruppe von Ehrenamtlern die den Steig pflegt und betreut, ist direkt am Einstieg zum „Wanderweg“ durch einige Stufen zu erkennen.
Drei Wasserfälle, je nach Jahreszeit mehr oder weniger beeindruckend, liegen am 6 km langen Wanderweg, der von Schlucht zu Schlucht über lichte Hochflächen führt und wunderschöne Aussicht über das Extertal bietet.
Der Patensteig im Extertal – Kartenausschnitt aus Land des Hermann
Unzählige Findlinge hat die Eiszeit hier zurückgelassen und bereits 1926 wurde das Gersiektal unter Naturschutz gestellt. Aus Langeweile (so die Info auf einer Hinweistafel) oder vielleicht zur Errichtung von Straßensperren wurden zum Ende des Krieges 1945 mehrere Findlinge von Soldaten der Wehrmacht gesprengt. Doch bereits schon zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde gegen die Regelungen des Naturschutzes verstoßen! Eine Infotafel macht darauf aufmerksam.
Infotafel zum Hexenstein
Zum Namen des Findlings ist in den Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde 1953 zu lesen. Dort werden Lippische Volksbräuche beschrieben. In Gersiek bei Fütig im Extertal lag bis 1933 der über tausend Zentner schwere „Hexenstein“ (jetzt Kriegerdenkmal auf dem Kollegienplatz in Rinteln). Auf ihm tanzten die Hexen des unteren Extertales in der Mainacht. Es hieß auch, der Teufel spielte mit seinen Kujonen Karten auf der Platte („Puckfeots Skatdisk“). Unter dem Granitblock war das Gemach der Freimaurer. Beim Ersten Hahnenschrei in der Walpurgisnacht drehte er sich einmal um sich selber.
Im Lippischen Dorfkalender 1936 findest du einen Bericht zum Hexenstein.
Achtet auf die Naturdenkmale und den Schutz der Landschaft! So lautet der Appell in einem Bericht im Mittteilungsblatt des Lippischen Heimatbundes von 1958.
Die Suche nach aktuelleren Informationen führt zu einem Bericht in der Lippischen Landeszeitung vom 2008-04-18. In diesem Zeitungsartikel wird u.a. die 1938 der in den Stein gemeißelte Text „Klagt nicht! Kämpft!“ erwähnt und die Frage aufgeworfen, ob ein Schulhof der geeignete Ort für einen solchen Stein sei. Hexenstein ist eine schwere Last Protest in Rinteln gegen Meierberger Findling mit Weltkriegs-Inschrift Den Text findest du bei www.hiergeblieben.de unter dem folgenden Link. http://www.hiergeblieben.de/pages/textanzeige.php?&id=18857
Die Schaumburger Zeitung – Schaumburg-Lippische Landeszeitung (SZLZ) berichtet am 2021-01-06 unter dem Titel: Technische Meisterleistung: Wie der „Hexenstein“ 1933 nach Rinteln kam Leider ist der Artikel ohne Abo nicht zu lesen. https://www.szlz.de/lokales/schaumburg/rinteln/technische-meisterleistung-wie-der-hexenstein-1933-nach-rinteln-kam-A7AZBA5BC2767Z6E6Z5Z2AC7DA.html Leider ist der Artikel ohne Abo nicht zu lesen, u.a. wird berichtet wie der Stein freigelegt und verladen wurde. … Dann begann ein politisches Hick-Hack; die Lippische Landesregierung wollte den Transport ins „Ausland“ nicht genehmigen. … Propagandaminister Josef Goebbels intervenierte.
Historische Bilder vom Hexenstein hat das Stadtarchiv Rinteln und stellt einige davon freundlicherweise für die Nutzung auf dieser Internetseite zur Verfügung. Zum Dank hier ist der Link zum Universitäts- und Stadtmuseum Rinteln – Die Eulenburg. https://eulenburg-museum.de
Vom Museum nicht weit entfernt liegt am Kollegienplatz die Hildburgschule Rinteln. Dort findest du den Hexenstein aus den Extertal.
Quellenangaben: Digitale Sammlungen der LLB Detmold Stadtarchiv Rinteln SZLZ – Schaumburger Zeitung Landeszeitung Rinteln Lippe Tourismus & Marketing GmbH – Land des Hermann
2026-03 Nachtrag Eine kleine Informationstafel wurde auf dem Hexenstein montiert. Zu Fundort und Geschichte des Hexensteins sind keine Informationen zu finden.
Informationstafel auf dem HexensteinHexenstein – Kollegienplatz – Rinteln – 2026-03
Kaum war der Befehl entstanden sammelt sich die edle Schar Offiziere, Aspiranten und was sonst bei Hofe war, ziehn erfüllt mit Kampfbegier wohlverwahrt ins Jadrevier, und im Geiste sehn sie schon ihres Weidwerks schönsten Lohn. Has und Huhn, nehmt euch in acht denn nur Vollblut heute jagt! Doch vergeblich war die Freude, und es wurde Mittagszeit; zu der Jäger größtem Leide war kein Wildbret weit und breit; … Hier findest du den vollständigen Text vom Ellernkruglied das einen Konflikt zwischen Adel und Bauernstand humorvoll beschreibt. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/pagetext/20116948
Der Ellernkrug um 1900 – drei Jahrzehnte nach der Belagerung Postkarte – Text verpixelt – Quelle: LLB Detmold ME-PK-16-8
Die Sonntagspost, eine Wochenzeitung aus Lemgo berichtet in Nr. 40 am 1. Oktober 1871 unter der Überschrift „Der erste Jagdtag in Lage“ über ein Geschehen am Ellernkrug. Autor ist H. Moritz aus Lage. Im Interesse des auswärtigen Publicums, und um den abenteurlichen Gerüchten, wozu die Vorgänge des ersten Jagdtages gewiß viele Veranlassung geben würden, vorzubeugen, giebt der Unterzeichnete, als Augenzeuge und Theilnehmer, nachstehend ein kurzes, wahrheitsgetreues Referat.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/5256780 Im weiteren Verlauf schreibt der Autor: Vergnügt und gutes Muthes gingen wir hierauf dem Jagdvergnügen weiter nach und begaben uns dann etwa gegen 2 Uhr Nachmittags, nachdem bereits die meisten Nichtjäger ruhig zu Hause gegangen, wieder nach dem Ellernkruge, um uns ein Wenig zu erquicken. Kaum waren wir 10 Minuten dort, als wir eine ganze Compagnie Soldaten mit dem Cab.= Rath v. Meisenbug und dem Gensdarmeriechef an der Spitze im Anmarsch sahen, welche in Blitzesschnelle -unglaublich, aber wahr!- den ganzen Ellernkrug in doppelter Linie umstellten und einschlossen, um ihn kunstgerecht zu belagern oder um uns gefangen zu halten; alle hatten scharf geladen und waren, wie uns versichert wurde, außerdem ein jeder mit 20 scharfen Patronen versehen.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/5256781 Im Regierungs= und Anzeige-Blatt vom 3.10.1871 erscheint eine Erklärung des Cabinetts-Rathes. Darin stellt C. von Meysenbug fest, daß er „am 25. September 1871 Detmold überhaupt nicht verlassen habe.“
Derselbe Text erscheint in der folgenden Sonntagspost Nr. 41 und ebenso eine „Berichtigung und Aufklärung“ durch den Autor H. Moritz.
Zeitungen aus dem Rheinland und Westfalen berichten im Oktober 1871 über das Geschehen am Ellernkrug in im kleinen Fürstentum Lippe. Bürger-Zeitung (Minden) – Der Wächter (Minden-Ravensberg) – Hagener Zeitung – Essener Zeitung – Volks-Zeitung (Essen) – Echo der Gegenwart (Aachen) – Bonner Zeitung – Bielefelder Wochenblatt
In der Plenarsitzung am 20. November 1871, brachte der nationalliberale Abgeordnete Dr. Erhardt im Reichstag eine Anfrage ein, ob dem Reichskanzler bekannt sei, dass im Fürstentum Lippe Personal des Reichsheeres zum Einschreiten gegen die eigene Bevölkerung gebraucht worden sei, und wie der Reichskanzler hierauf gegenüber der lippischen Regierung zu handeln gedenke. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/15448325 https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/4990664?query=Erhardt
Die Sonntagspost schreibt dazu in der Ausgabe Nr. 50 vom 10.12.1871
Eine alte Postkarte führte zu den folgenden Recherchen.
Postkarte 1964
Zur Gründungsgeschichte des Diakonissenhauses in Detmold berichtet die Lippische Landeszeitung ab August 1897. Im Portal zeitpunkt.nrw ist die LZ ebenso wie andere Zeitungen aus NRW digitalisiert und online verfügbar. Die Suche nach „Diakonissenhaus“ liefert einige interessante Infos zur frühen Geschichte dieser kirchlichen Einrichtung. Ausschnitte der Texte sind nachstehend im original Wortlaut z.T. erheblich gekürzt für den interessierten Leser chronologisch zusammengefasst.
Am 19. August 1897 schreibt die Lippische Landeszeitung einen kurzen Text zur Tagung des reformierten Bundes in Detmold u.a. Eine für unser Land wichtige Angelegenheit wird auch behandelt werden, nämlich die Gründung eines Diakonissenhauses, die, nachdem die Stadtvertretung von Lage ein freundliches Entgegenkommen durch unentgeltliche Hergabe von einigen Scheffelsaat Land bewiesen hat, wohl nicht mehr in weiter Ferne liegen wird. Mit Freuden begrüßte der Bund die Gründung eines lippischen Diakonissenhauses, und stellte, wie wir gestern schon berichteten, eine jährliche Beihülfe von 300 Mk. in Aussicht.
Am 21. 9. 1897 ist zu lesen, dass sich Bad Meinberg Hoffnungen macht. Wie verlautet, hat unser Ort große Aussicht, das reformirte Diakonissenhaus, welches mit Unterstützung des reformierten Bundes in unserem Lande gegründet werden soll, zu erhalten. Mit dem Diakonissenhause ließe sich dann vielleicht ein Krankenhaus verbinden.
Am 15.2.1898 informiert Pastor C. Sauerländer in einer Anzeige. Allen denen, welche ein Herz haben für den Bau eines evangelischen Diakonissenhauses in Lippe, die herzerfreuliche und zur Nacheiferung reizende Mittheilung, daß uns heute durch Herrn Pastor Zeiß in Heiligenkirchen von N. N. ein Baustein im Werthe von 6000 Mark überwiesen ist. Dem Herrn sei Lob und Dank für diese Förderung unseres Werkes! Er segne den hochherzigen Geber und seine Gabe!
Am 19.3.1898 findet eine Tagung der Klasse Brake statt. Alle aus der Klasse waren bis auf ein durch Krankheit verhindertes Mitglied vertreten. Die erbauliche Ansprache hielt P. Meyer – Wöbbel über 1. Thess. 5, 11: „Bauet einer den andern!“ [Danach] referirte P. König – Cappel über den Stand der lippischen Diakonissenhaus-Angelegenheit. Einstimmig wurde die Resolution angenommen: „Klassenversammlung ertheilt zur Gründung einer Diakonissenanstalt in Detmold ihre freudige Zustimmung.“
Am 28.5.1898 werden Sammlungen genehmigt. Dem Vorstande des Vereins der Freunde des reformierten Bundes im Fürstenthum Lippe ist höchsten Orts die Genehmigung ertheilt worden, zum Besten eines in Detmold zu errichtenden Diakonissenhauses in jedem der Jahre 1898, 1899 und 1900 eine Hauskollekte zu veranstalten. Am 1.6.1898 erscheint ein erster Veranstaltungshinweis. Sicherem Vernehmen nach soll der Ertrag der Wohlthätigkeitsvorstellung dem Baufonds für das hier neu zu gründende Diakonissenhaus zugewendet werden.
Am 6.6.1898 erscheint eine Anzeige in der Zeitung Fest-Vorstellung zur Feier des Geburtstages Sr. Erlaucht des Graf-Regenten Ernst zur Lippe Der orchestrale Theil wird von der hiesigen Regimentskapelle unter Leitung des Kgl. Musikdirigenten Herrn Hubert, der gesangliche Theil durch den Kirchenchor und andere geschätzte Dilettanten unter Leitung des Herrn Organisten Meyer ausgeführt. Der Reinertrag ist für das hier zu erbauende Diakonissenhaus bestimmt.
Am 17.6.1898 wird das Ergebnis der Festvorstellungen mitgeteilt. Die beiden Vorstellungen zu Gunsten des hier zu gründenden Diakonissenhauses haben einen Reinertrag von 605 Mk. ergeben. Außerdem hat Se. Erlaucht der Grafregent für die Vorstellungen 500 Mk gnädigst angewiesen, so daß rund 1100 Mk. für das Diakonissenhaus erzielt sind.
4.8.1898 Ein Grundstück mit Haus in Krankenhausnähe kann erworben werden. Den Freunden der Diakonissensache … kann Mittheilung gemacht werden, daß es endlich gelungen ist, ein geeignetes Grundstück mit Haus in unmittelbarer Nähe des Landkrankenhauses … zu zu erwerben. … Bei dieser Gelegenheit muß die Zahlung des Kaufgeldes erfolgen. Einige hochherzige Geber haben schon namhafte Gaben in die Diakonissenhauskasse fließen lassen; doch reichen diese Beträge noch nicht aus. Es ist deshalb sehr erwünscht, wenn sich jetzt die Freunde der Diakonissensache – und ihrer wird es gewiß recht viele geben- bereit finden lassen wollten, durch freudige Gaben den Anfang des Werkes zu erleichtern. Lange hat man ein eigenes Diakonissenhaus gewünscht, möge nun auch die christliche Liebe sich reich und willig zeigen. Gaben nimmt Herr Dassel in Detmold entgegen.
Am 12.10.1898 und am 17.10.1898 erscheinen Aufrufe zur Kollekte
80 Diakonissen=Mutterhäuser mit 13.308 Schwestern und 4745 Arbeitsfeldern stehen in Deutschland auf dem Plan, um den vielen und schweren Nothständen zu wehren, welche am Marke unseres Volkes nagen, … Und doch: Was ist das unter so vielen? Das Verlangen nach Gemeindeschwestern, Kranken= und Lehrschwestern steigert sich von Jahr zu Jahr also, daß die vorhandenen Diakonissenhäuser den an sie ergehenden Gesuchen schon längst nicht mehr gerecht werden können, sondern wieder und immer wieder die Gesuche abweisen müssen. Es fehlt also an Diakonissen und Diakonissenhäusern zur Ausbildung derselben. … Haben die Unterzeichneten … mit vielen Gleichgesinnten sich zusammengethan zur Gründung eines Diakonissenhauses für unser Land mit dem Sitz in Detmold. Die nöthigen Grundstücke in nächster Nähe des Landkrankenhauses gelegen … sind bereits erworben. … Die hohen Behörden und die Landes=Synode haben in dankenswerther Weise sich bereit erklärt, unser Werk zu fördern Von verschiedenen Seiten sind bereits Gaben eingegangen. Ihre Erlaucht die Graf=Regentin hat gnädigst geruht, das Protektorat … zu übernehmen. Es ist uns auch mit höchster Genehmigung unseres gnädigsten Graf=Regenten zunächst für die 3 Jahre 1898 -1900 von Fürstl. Regierung die Erlaubniß ertheilt, eine Hauskollekte durch das ganze Land zu veranstalten. Diese Kollekte soll nun zum ersten Male in dem letzten Quartal dieses Jahres durch unseren Kollektanten Hüttemeier aus Hölsen eingesammelt werden. So bitten wir … unsern Kollektanten freundlich aufzunehmen. … Außerordentliche Beisteuern, Schenkungen, Vermächtnisse werden jederzeit mit Freuden in Empfang genommen. Man wolle solche unserem Schatzmeister Herrn Julius Dassel in Detmold einsenden Der Herr segne das Werk unserer Hände! Der Vorstand des Diakonissenhauses. K. Sauerländer. E. Zeiß. Doht. Sturhahn. W. Theopold. Dassel. E. Theopold. J. Dassel. K. Meyer
Am 28.11.1898 wird über eine weitere Spende berichtet. Se. Erlaucht der Grafregent ließ dem hies. Kirchenchor aus Anlaß der Beiwohnung der Oratorien-Aufführungen den Betrag von 100 Mk. überwiesen, welchen, wie das „L. B.“ vernimmt, letzterer wiederum dem Diakonissenhausbaufonds überwies.
Am 11.3.1899 wird über die Haussammlung berichtet.
Kollektant Hüttemann aus Hölsen sammelt bekanntlich zur Zeit die von Fürstlicher Regierung genehmigte Hauskollekte für das neu zu gründende Diakonissenhaus in Detmold. Derselbe hat bereits den größten Theil unsrer lippischen Gemeinden besucht außer der Gegend von Horn bis Herford rechts und links des Waldes. Der bisherige Ertrag der Kollekte beträgt laut „L. Vztg.“ 5000 Mark. Der Gesammtertrag kommt hoffentlich auf reichlich 7000 Mark. Ist doch diese Kollekte nicht auf eine Linie zu stellen mit jeder anderen Kollekte, sondern bedarf als erster Anfang einer hochwichtigen Sache besonders opferfreudiger Unterstützung. Der Plan, in Detmold ein eigenes Diakonissenhaus zu errichten, hat in vielen Kreisen unseres Landes lebhaftes Interesse gefunden. Hoffentlich werden sich auch noch die Herzen derer dafür erwärmen, die jetzt der Sache noch kühl oder ablehnend gegenüberstehen. Bekanntlich ist schon ein geeignetes Haus, welches zur Aufnahme der Diakonissen dienen soll, in unmittelbarer Nähe … gekauft worden.
Das hier am 1. Juli zu eröffnende Diakonissenhaus erfreut sich allseitig einer großen Unterstützung. An barem Gelde sind bisher rund 24000 M. für dasselbe eingegangen, außerdem hat sich, wie wir hören, der Vaterländische Frauen=Verein bereitwilligst erboten, die gesammte Wäscheausstattung zu liefern und von anderer Seite sind noch drei Betten gestiftet.- Die Leitung des Diakonissenhauses übernimmt Herr Pastor Meyer in Wöbbel.
21.6.1899 Wie verlautet, ist zur ersten Leiterin des lippischen Diakonissenhauses die Schwester Marie Krecke aus Salzuflen bestimmt worden.
Am 24.6.1899 erscheint ein Sachstandsbericht Voraussichtlich wird am 7. Juli d. J. die Eröffnung und Weihung des ev. Diakonissenauses in Detmold stattfinden. Dann hat das Lippische Land wiederum eine Wohlthätigkeits=Anstalt erhalten, die zweifellos von sehr großem Segen für das ganze Land ein wird. In diesem Diakonissen=Mutterhause werden Diakonissen ausgebildet werden, die ausschließlich für Lippe Verwendung finden sollen und zwar in erster Linie zum Dienst für Arme und Kranke des Landes. Lippe wird dann unabhängig von auswärtigen Diakonissenhäusern, und je mehr wohlthätige Spenden und Beiträge man dem Hause zuwendet, desto mehr Diakonissen können in ihm ausgebildet werden. …
Das Diakonissenhaus 1899 – Lippischer Kalender 1950
8.7.1899 Bericht zur Einweihungsfeier Gestern nun konnte man den schönen Tag der Einweihung begehen. Daß auch Se. Erlaucht, der Graf=Regent nebst hoher Familie anwesend war, ist ein Zeichen dafür, daß hochderselbe der Diakonissenhaussache ein sehr lebhaftes Interesse entgegenbringt. Es ist nur zu wünschen, daß das neue Diakonissenhaus, das aus kleinen Anfängen heraus sich entwickelt und ausbreitet, Vielen zum Segen wird, hier in unserem engeren Heimathlande.[…] Nach Absingen des Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe,“ hielt Herr Pastor von Bodelschwingh die Weiherede. Er that dies in seiner bekannten herzlichen Weise. Mit rührenden Worten übergab er dem Diakonissenhause sowie dem Leiter desselben die Schwester Marie aus dem Mutterhause Sarepta=Bethel.
19.7.1899 Das Fürstenhaus weilt in Schieder Die höchsten Herrschaften werden Anfang nächster Woche nach hier zurückkehren. An der Spitze des heutigen „Amtsblattes“, erläßt Ihre Erlaucht die Graf=Regentin einen längeren Aufruf für das Diakonissenhaus, in welchem es zum Schlusse heißt: „Ich hege die feste Zuversicht, daß der Wohlthätigkeitssinn, der unser Land in so hohem Maße auszeichnet, sich auch in diesem Falle bewähren wird. Lasset uns Gutes thun und nicht müde werden!- Möchte unser liebes Diakonissenhaus ein Denkmal werkthätiger opferfreudiger Nächstenliebe im wahren Sinne des Wortes werden.“ Schloß Schieder, den 15. Juli 1899. Karoline.
21.7.1899 Ein großes Gartenfest Zum Besten des Diakonissenhauses hierselbst wird unter dem Protektorate Ihrer Erlaucht der Grafregentin im September ein großes Gartenfest im Fürstlichen Palaisgarten stattfinden und zwar in ähnlicher Weise, wie die vor zwei Jahren im August auf dem Schloßplatze zum Besten des evangelischen Vereinshauses abgehaltene italienische Nacht. Weiter wird ein Bazar im Palais selbst damit verbunden sein. Die Vorbereitungen werden bereits getroffen. 25.9.1899 Wohltätigkeitsfest im Marstall 4.10.1899 Konzert in Blomberg
4.11.1899 … des gestrigen Wohlthätigkeitskonzertes im Fürstlichen Theater ist heute bereits in Höhe von 762 Mark an den Vorstand des Diakonissenhauses abgeführt worden.
Am 13.3.1900 wird berichtet, dass für das Haus ein Anbau notwendig sei.
25.4.1900 Die Leitung des Diakonissenhauses giebt unter dem Titel „Tabea“ vierteljährlich Mittheilungen heraus. Aus der vor einigen Tagen erschienenen zweiten Nummer theilen wir aus der Chronik des Hauses Folgendes mit: Die Zahl der Probeschwestern, die ursprünglich 12 betrug, ist bis Anfang April dieselbe geblieben. Der Riß und der Kostenanschlag zu dem am 22. März begonnenen Anbau ist von Herrn Baurath Krohn unentgeltlich angefertigt worden. Die Ausführung des Baues ist dem Maurermeister Kampmann als Mindestordernden unter Leitung des Bauraths Petri übertragen und als Termin der Fertigstellung des Hauses der 1. Oktober d. Js. festgesetzt.
Größer als das ursprüngliche Diakonissenhaus ist der erste Anbau am Diakonissenhaus Bild ohne Quellenangabe
Am 31.5.1900 erscheint eine öffentliche Ehren-Erklärung. Die Beleidigung, die ich gegen die Familie Weder Lageschestraße Nr. 115 ausgesprochen habe, erkläre ich hiermit für erlogen. Nehme meine Aussagen reumüthig zurück und bezahle 10 Mk. Sühne an das hiesige Diakonissenhaus.
1.6.1900 Beim Diakonissenhaus-Erweiterungsbau hierselbst wird voraussichtlich heute das Richtfest stattfinden. Das Diakonissenhaus liegt bekanntlich in nächster Nähe des Landkrankenhauses (welches jetzt auch durch einen Neubau vergrößert wird), weil die Diakonissen im Landkrankenhause in der Krankenpflege ausgebildet werden. Das bisherige kleine Diakonissenhaus bot aber nicht mehr Raum genug für alle eingetretenen Schwestern. Hoffentlich wird nun bald dem Raummangel durch den Erweiterungsbau soweit abgeholfen, daß alle neu angemeldeten Schwestern darin aufgenommen werden können. Durch Ausbildung möglichst vieler Schwestern wird es dann auch um so eher möglich sein, verschiedene neue Stationen des Landes mit Diakonissinnen zu versorgen.
16.10.1900 Jahresfest des Diakonissenhauses und Einweihung des Neubaues. Wie schon im Anzeigentheil dieses Blattes bekannt gemacht ist, findet Mittwoch, den 17. d., das Jahresfest des Diakonissenhauses, verbunden mit Einweihung des Neubaues, statt. Bekanntlich war seiner Zeit das Begemann’sche Haus an der Hofstraße mit dem Nachbargrundstück angekauft, um hier in kleinem Umfang die die Ausbildung von Diakonissen zu beginnen. … es erhebt sich nun auf der in Aussicht genommenen Stelle ein einfacher und doch schön und geschmackvoll gehaltener Bau mit der in großen Lettern angebrachten Inschrift: „Diakonissenhaus“ Hier wird in den neu geschaffenen Räumen die Festfeier stattfinden, zu welcher auch die Erlauchten Herrschaften ihr Erscheinen zugesagt haben. 18.10.1900 Die Einweihungsfeier verlief in würdigster Weise 18.12.1900 Ende der Berichte, die derzeit bei zeitpunkt nrw zu finden sind.
Das Diakonissenhaus um 1905 – Die Erweiterungsbauten sind gut zu erkennen Bild ohne Quellenangabe Diakonissenhaus 1949 – Lippischer Kalender 1950Ehemaliges Diakonissenhaus im Jahr 2025
Zum Jubiläum gab es ein Buch des Historikers Burkhard Meier Das Evangelische Diakonissenhaus Detmold: ein Jahrhundert in Berichten, Bildern und Dokumenten Es ist in der LLB unter der Signatur ZXIO 120 zu finden.
Dieses bemerkenswerte Straßenschild schaffte es vor einigen Wochen in die Tageszeitung. Es ist jedoch nicht der kaum zu entziffernde Schriftzug über den berichtet wurde, sondern die kleine Delle, die bei einer nächtlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen durch ein Pistolenprojektil verursacht wurde. War die Wucht des Geschosses so beträchtlich, dass das Schild nicht mehr Richtung Kissinger Straße sondern in die Bachstraße zeigt? Inzwischen ist das Straßenschild wieder korrekt ausgerichtet aber weiterhin wird ein Ortsunkundiger bei diesen seltsamen Schriftzeichen nur ahnen können, dass es sich um die Kissinger Straße handelt. Weiß jemand, ob seitens der Stadt Detmold mittlerweile ein neues Schild bestellt ist? Warum trägt eine Straße in Detmold den Namen einer Stadt in Bayern? Bei Henke ist dieser Text zu finden.
Hier erfährst du mehr zur Schlacht bei Kissingen https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Kissingen 23 namenslose lippische Soldaten aber ein Major dessen Name Erwähnung findet. Wer war dieser August Rodewald? Eine Antwort darauf findest du bei LippeLex, einem Projekt der LLB Detmold. https://lippelex.de/index.php?title=Rohdewald,August(1821-1866) Die Sonntagspost – Eine Zeitschrift zur Belehrung und Unterhaltung für Jedermann aus Lemgo schreibt am 8. Juli 1866
Der Münsterische Anzeiger berichtet am 22. Juli 1866 über den Tod der lippischen Soldaten und befördert den Herrn Major Rohdewald gleich in den Adelsstand.
Der „Wächter für Minden-Ravensberg“ schreibt am 28. Juli 1866
Den Namen des im Gefecht erschossenen Pferdes von Major Rohdewald erfährst du aus einem Schreiben welches das Fürstliche Cabinets-Ministerium am 13. Juli 1866 im Regierungs- und Anzeige-Blatt zur öffentlichen Kenntnis brachte. https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/periodical/pageview/2600191 Gibt es eine Namensliste der lippischen Soldaten? Wer waren deren Väter, Mütter, Ehefrauen, Kinder, …? Von den Angehörigen ist nichts überliefert. Anders dagegen bei Frau Major Rohdewald. Allee 17, ehemals C 136, ist die Adresse der Witwe Rohdewald im Jahr 1871 Dieses Haus ist im Lippe-Häuser-Wiki dokumentiert. https://www.lippe-haeuser-wiki.de/wiki/Allee_17_(Detmold)
2025-06 Nachtrag Auf dem Denkmal „Trauernde Germania“ in Bad Kissingen findest du eine Namenstafel der Soldaten aus Lippe.
2025-12 Nachtrag Karl von Rodewald stellte 1898 und 1899 Anträge für ein Denkmal an den Magistrat von Detmold; die Stadt zeigte kein Interesse daran. Grafregent Ernst zur Lippe ermöglichte die Errichtung eines Denkmals mit der Inschrift „Major August Rohdewald und 23 brave Lipper“ auf dem Schlossplatz. Auf zwei Bronzetafeln waren die Namen vermerkt, auf zwei weiteren Tafeln waren die Lippische Rose und ein Relief dargestellt. Auf dem von Bildhauer Rudolph Hölbe aus Lemgo gestalteten Denkmal befanden sich stilisierte militärische Objekte.
Der Bedarf an Metall im zweiten Weltkrieg führte zur Demontage der Bronzeteile im März 1943. Der Steinerne Sockel wurde 10 Jahre später mit Steinplatten verkleidet und mit einer neuen Inschrift versehen. Lediglich der Text an der Sockelbasis blieb erhalten. „DEN IM KRIEGE 1866 GEFALLENEN LIPPERN“
Foto: LLB BA SP DT-12-67
Foto: LLB BA DT-4-14
Der 2004 von der Stadtverwaltung Detmold geplante Abriss des Denkmals konnte durch die Untere Denkmalbehörde verhindert werden.
Etwas böig war der Wind am späten Nachmittag des zweiten Tages im April 2025. Die erst vorwenigen Monaten gereinigte orange Kugel schwebt, gehalten von vier Seilen, über dem vom Kraut befreiten und neu bepflanzten Kreisverkehr im Norden von Detmold.
Ist es eine zu starke Windböe die zwei der vier Halteseile reißen lässt? Niemand ist in der Nähe und kann darüber Auskunft geben. Aber so kommt auch niemand zu Schaden als die Kugel, jetzt an zwei Seilen hängend, in ausladende Pendelbewegung kommt.
Aufmerksam und vorsichtig wird der Kreisel nach der nächsten Grünphase der Ampel am Nordring umfahren. Mindestens ein Autofahrer erkennt die Gefahr und alarmiert die Feuerwehr Detmold.
Sanft schwingt die Kugel in der Abendsonne wie auf einem kurzen Video zu sehen ist. Hinweis: Link wird in neuem Tab geöffnet! Anmeldung bei facebook ist nicht erforderlich!
Der Kreisverkehr wird gesperrt, die beiden verbliebenen Seile werden gekappt und die Kugel von der Feuerwehr mit Spannbändern am Boden gesichert.
Die Kugel in der Morgensonne am wieder freigegebenen Kreisverkehr
Ein Foto von der noch ungesicherten Kugel stellt mir der Pressesprecher der Feuerwehr Detmold zur Verfügung.
Die Kugel am 2025-04-02 kurz vor 19:00 – Foto: C. Riecks Mit Spannbändern gesicherte Kugel am 2025-04-17
Schon einmal lag die Kugel am Boden als die Halteseile dem Orkantief Jeanett am 27. Oktober 2002 nicht standhalten konnten. Den Bericht dazu kannst du hier lesen. https://ln-1.de/2022/10/kugelplastik/
Feuerwehr, Landeszeitung und WDR berichten über der Fall.
In der vergangenen Nacht wurden von Unbekannten die Sicherungsseile gekappt, die Kugel rollte die Straße hinab, stieß gegen eine Laternenpfahl, rollte über die Nordring-Kreuzung und blieb auf der anderen Straßenseite im Straßengraben liegen.
Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen!
Fotos von diesem Unglück und der Bergung der Kugel darf ich mit OK von Feuerwehr Detmold und THW Detmold verwenden.
Feuerwehr Detmold – Marco SchweigerBergung der Kugel durch das THW – Foto: THW Detmold
Hier sind die Links zu den Presseportalen von Feuerwehr und THW.
2025-05 Nachtrag Die Kugel befindet sich mittlerweile im Kugellager, einem Bereich auf dem Bauhof, gelagert auf dem quadratischen Balkenrahmen, der extra für den Transport angefertigt wurde. Da liegt sie stabil und aufgrund des tief liegenden Lagerplatzes kann sie von dort nicht weggerollt werden.
Die Kugel im Kugellager
Am 2025-05-13 schreibt die LZ in der Überschrift von einer tonnenschweren Betonkugel, weiter unten im Artikel schreibt die Redakteurin von einer rund 4,5 Meter großen Stahlkugel.
2025-05-13 Landeszeitung
Ohne Antwort blieb die Bitte an die Redakteurin! Rechnen Sie nur mal überschläglich: Dazu benötigen Sie nur die Volumenformel der Kugel sowie die Dichte von Beton. Das kann also keine massive Kugel sein. Eine Hohlkugel aus Beton? Die wäre bei wenigen Zentimeter Wandstärke kaum zu fertigen.
2025-07 Nachtrag Aus der Pressemitteilung der Stadt Detmold vom 2025-07-02 Die von der Künstlerin Gabriele Staarmann geschaffene „Rote Kugel“ wird künftig wieder im Stadtgebiet von Detmold präsent sein. Bürgermeister Frank Hilker, Gabriele Staarmann, Kämmerin Dr. Miriam Mikus und Corinna Rox, Leiterin des Fachbereichs für Kultur-, Tourismus und Marketing der Stadt Detmold, haben jetzt über das weitere Vorgehen gesprochen. … Nachdem die Kugel am 11. Mai gesichert worden war, hatten die Künstlerin und die Stadt Detmold vereinbart, gemeinsam über das weitere Vorgehen zu beraten. Dazu fand jetzt ein Termin im Detmolder Rathaus statt. Künstlerin und Bürgermeister waren sich dabei schnell einig, dass das Kunstwerk an anderer Stelle in Detmold wieder errichtet werden soll. Wie bei der ersten Installation im Jahr 2002 soll die Kugel für den Aufbruch in etwas Neues stehen. Wie und wo genau das Kunstwerk präsentiert wird, werden sich Gabriele Staarmann und der Verwaltungsvorstand über den Sommer überlegen, danach werden die Gespräche fortgesetzt. Die Pylonen, die die Kugel am Kreisel der Richthofenstraße gehalten hatten, sollen an Ort und Stelle mit einer neuen Installation versehen werden. Auch dazu will man gemeinsam neue Ideen und Konzepte entwerfen.
2025-12 Nachtrag Comeback für die rote Kugel
so lautet die Überschrift zu einem Artikel in der LZ am 2025-11-29. Dort ist u.a. zu lesen:
Die Stadt hat zusammen mit der Künstlerin einen neuen Standort gefunden. … Die markante Kugel [soll] den geplanten Kreisverkehr am Eingang zum neuen Gewerbegebiet „Alte Ziegelei“ in der Nähe der Bielefelder Straße zieren. … Die Integration des Kunstwerkes [kann] von Anfang an sicher geplant werden. Die Gefahr eines erneuten Wegrollens lässt sich so direkt bauartbedingt ausschließen.
Das wäre jedoch mit einer minimalen Umgestaltung am bisherigen Standort durch eine waagerechte Nivellierung der Mittelinsel im Kreisverkehr auch möglich gewesen. Aber bei der „schwebenden“ Kugel soll auch ein nochmaliges Fallen verhindert werden. Daher wird die Kugel auf dem noch zu bauenden Kreisel auf der Bielefelder Straße einfach eingegraben. Die Kugel wird „eingetieft“ so formuliert es der Pressesprecher der Stadt im Lokalzeit OWL Interview am 2025-11-28. Wie tief die Kugel im Boden verschwinden wird, damit sie nicht wegrollen kann, ist bisher nicht bekannt.